Albaniens Schwerindustrie als zweite Befreiung?
'Der Stahl der Partei' als Mikrokosmos des Kommunismus, Südosteuropäische Arbeiten 162
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Zusatztext
Visar Nonajs Buch macht die Besonderheiten des albanischen Kommunismus in der gesellschaftlichen Praxis sichtbar. Die Dominanz der Landbevölkerung, der zunächst enorm hohe Analphabetismus und fehlendes Proletariat prägten die Industrialisierungsbemühungen ab 1944. Darüber hinaus demonstriert das Buch auch die vielen allgemeinsozialistischen Züge dieses Herrschaftssystems. Der Plan, in der Landesmitte ein eigenes Stahlwerk aufzubauen, folgte der generellen Priorisierung von Industrie und Schwerindustrie. Der Name des Kombinats, Der Stahl der Partei" (Çeliku i Partisë), charakterisiert den Anspruch der KP, Land und Volk mit ihrer Lenkung gleichsam zu beschenken. Die Probleme dieses Gesamtheitsanspruchs waren enorm, das Scheitern beim Aufbau einer dauerhaft tragfähigen Industrie ist bezeichnend. Nonajs Buch ist daher nicht nur für die albanische Zeitgeschichtsforschung ein großer Schritt nach vorn, sondern auch für die Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte im ganzen östlichen Europa.
Autorenportrait
Visar Nonaj, Institute for East and Southeast European Studies, Universität Regensburg, Germany.
Weitere Details
Erschienen: 08.02.2021
Umfang: 490 S., 36 farbige Illustr., 23 s/w Tab., 36 col.
Sprache: Deutsch
Einband: LN
Format: 3.3 x 24.5 x 17 cm
ISBN/EAN: 9783110738728
Umbreit-Nr.: 865148
