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Der Übergang vom Elementar- in den Primarbereich im Kontext der Bildungsungleichheit

Cover von Der Übergang vom Elementar- in den Primarbereich im Kontext der Bildungsungleichheit

Zur Rolle institutionalisierter Diagnoseverfahren am Beispiel des Vorstellungsverfahrens für Viereinhalbjährige in Hamburg

Bengelsdorf, Carolin

GRIN Verlag

18.95

(inklusive MwSt.)

Verfügbarkeit: Titel wird für Sie produziert, Festbezug, bitte vormerken

Zusatztext

Studienarbeit aus dem Jahr 2024 im Fachbereich Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung, Note: 1,0, FernUniversität Hagen (Kultur- und Sozialwissenschaften), Veranstaltung: Modul 6 - Gesellschaftliche Rahmenbedingungen von Medien und Bildung, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Arbeit untersucht, inwiefern das Vorstellungsverfahren für Viereinhalbjährige in Hamburg als institutionalisiertes Diagnose- und Selektionsinstrument zur Reproduktion sozialer Ungleichheit am Übergang vom Elementar- zum Primarbereich beiträgt. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Übergänge im Bildungssystem als kritische Schwellen wirken und insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten und migrierten Lebenslagen überdurchschnittlich häufig von nachteiligen Bildungsbiographien betroffen sind. Vor diesem Hintergrund wird gefragt, ob und wie das Verfahren trotz seines Anspruchs auf Förderung und frühe Unterstützung selektive und diskriminierende Wirkungen entfalten kann. Theoretisch stützt sich die Arbeit auf drei zentrale Ansätze: die Habitus- und Kapitaltheorie Bourdieus, die die Reproduktion sozialer Privilegien über kulturelle Passungsanforderungen erklärt; die Systemtheorie Luhmanns, die Selektionsprozesse als systeminterne In-/Exklusionsentscheidungen beschreibt; sowie das Konzept der institutionellen Diskriminierung nach Gomolla und Radtke, das strukturell eingebettete Benachteiligungen ohne individuelle Absicht in den Blick nimmt. Darauf aufbauend wird das Verfahren zunächst deskriptiv dargestellt: Es handelt sich um ein verpflichtendes, standardisiertes Einschätzungsformat 18 Monate vor der Einschulung, dessen Schwerpunkt auf der Sprachkompetenz liegt und dessen Ergebnisse protokolliert, gespeichert und statistisch ausgewertet werden. In der kritischen Analyse zeigt die Autorin u. a. folgende Problempunkte: die fehlende theoretische und empirische Fundierung des Instruments, die Dominanz eines defizitorientierten Sprachfokus, mögliche Stigmatisierungen durch die Kategorie Migrationshintergrund, und ungleiche Anschlussbedingungen zwischen Kita (stärkenorientiert) und Schule (selektiv-diagnostisch). Standardisierung und Normalitätserwartungen können dabei kulturelle und soziale Unterschiede unzureichend berücksichtigen und so frühe Selektionsentscheidungen begünstigen. Im Fazit wird resümiert, dass das Vorstellungsverfahren das Risiko birgt, ungleiche Startbedingungen zu verfestigen, anstatt sie abzubauen. Gefordert werden wissenschaftliche Evaluation, Transparenz der Kriterien, reflexive Praxis sowie eine stärkere Ausrichtung auf gerechtigkeitsorientierte Förderung statt auf frühe Sortierung.

Weitere Details

Erschienen: 27.12.2025

Umfang: 36 S.

Sprache: Deutsch

Einband: KT

Format: 0.4 x 21 x 14.8 cm

ISBN/EAN: 9783389172131

Umbreit-Nr.: 9161933

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