Die Macht der Worte
Ideologien und Sprache im 19. Jahrhundert
Wilhelm von Humboldt steht derzeit ein wenig im Schatten seines Bruders Alexander, des berühmten Reisenden und Naturforschers. Während Alexander sich nach außen wandte, erschloss Wilhelm den inneren Kontinent des Menschen. Michael Maurer legt mit seinem Buch über Wilhelm von Humboldt eine anregende Synthese von Leben und Werk eines der gelehrtesten Menschen seiner Zeit vor. Der preußische Adelige Wilhelm von Humboldt (1767-1835) wird heute vor allem mit dem Stichwort Bildung in Verbindung gebracht. Er gilt als Stifter des humanistischen Gymnasiums und Gründer der Berliner Universität, die später in Humboldt-Universität umbenannt wurde. Ob als Bildungsreformer, Gelehrter, Sprachphilosoph oder Politiker - Humboldt war durchdrungen von einem zutiefst humanistischen Menschen- und Gesellschaftsbild. Sein Glauben an das Individuum und die freie Entfaltung der Kräfte prägten sein gesamtes Denken und Handeln. Er lebte im Kreise von Goethe und Schiller, die gemeinsame Liebe zu den alten Griechen wurde bestimmend für die Weimarer Klassiker. Das thematische Spektrum, das Humboldt als Forscher und Schriftsteller abdeckte ist eindrucksvoll, ähnlich das seiner politischen Aktivitäten. Humboldt war überzeugt davon, dass Entscheidendes nicht durch ein einzelnes Werk vollbracht werden könne, sondern dass dazu die Entfaltung aller Fähigkeiten und Kräfte nötig sei. In diesem Sinne verstand er sein Leben als Werk. Dieser Intention folgt das neue Buch von Michael Maurer. Gut lesbar und verständlich zeichnet der renommierte Kulturhistoriker das Leben des Universalgenies nach und lädt ein, Humboldt und sein Werk neu zu entdecken.
€40.00
(inklusive MwSt.)
Verfügbarkeit: Besorgungstitel, Festbezug
Zusatztext
Erneut begibt sich der renommierte Sprachforscher Horst Dieter Schlosser auf die Suche nach der Wirkmacht von Worten und Sprachbildern. Nach seinem Buch über die Sprache unterm Hakenkreuz betrachtet er diesmal die wichtigen Leitbilder und Schlüsselbegriffe des 19. Jahrhunderts. Der große Einfluss von Sprache auf politische und gesellschaftliche Entwicklungsprozesse wird in historischen Analysen häufig unterschätzt. Hier setzt das neue Buch von Horst Dieter Schlosser an. Der Sprachforscher zeichnet an einer Vielzahl von konkreten Beispielen die verschiedenen Wirkmechanismen von Worten und Sprachbildern im 19. Jahrhundert nach. Von der unkritischen Vereinnahmung bis zur kritischen Reflexion, von identitätsstiftend bis rassenideologisch-abgrenzend, von Einheit über Nation und Volk bis Freiheit: Schlossers Analyse schließt eine Lücke in der historisch-politischen Geschichtsschreibung und veranschaulicht, wie die bewusstseins- und realitätsbildende Macht der Worte sogar bis in die Gegenwart wirkt. Ein Buch für alle, die die Geschichte des 19. Jahrhunderts anders lesen, verstehen und reflektieren möchten.
Autorenportrait
Horst Dieter Schlosser ist Professor em. für Deutsche Philologie an der Universität Frankfurt a.M. Er ist Initiator der sprachkritischen Aktion "Unwort des Jahres", deren Sprecher er bis 2010 war.
Weitere Details
Erschienen: 12.09.2016
Umfang: 308 S.
Sprache: Deutsch
Einband: GEB
Format: 2.5 x 23.5 x 16 cm
ISBN/EAN: 9783412505578
Umbreit-Nr.: 9390582
