Ein Paradies auf Erden
Politische Theologie und die lateinamerikanische Guerilla der 1960er Jahre, Schriften des Dubnow-Instituts 37
Die Studie untersucht Ikonografie, politische Semantik und liturgische Symbolik der Kubanischen Revolution und der argentinischen Guerilla, um der heilsgeschichtlichen Aufladung revolutionärer Bewegungen nachzuspüren.
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Zusatztext
Im Januar 1959 entfachte der Triumph der Kubanischen Revolution weltweit Begeisterung. Drei Jahre später sandte Ernesto Che Guevara eine Gruppe junger Männer von Havanna nach Südamerika, um die Revolution auf den Subkontinent zu übertragen. Im Norden Argentiniens sollten sie den Ejército Guerrillero del Pueblo, die Guerillaarmee des Volkes, aufbauen und einen bewaffneten Aufstand anführen. Doch die Operation scheiterte, die Mehrzahl der Mitglieder wurde verhaftet. Im Nachhinein wurde bekannt, dass die selbsterklärten Revolutionäre im Dschungel zwei ihrer Genossen zum Tode verurteilt und hingerichtet hatten. Beide Opfer waren jüdischer Herkunft. Ausgehend von diesen Ereignissen untersucht Lukas Böckmann Ikonografie, politische Semantik und liturgische Symbolik der Kubanischen Revolution und der argentinischen Guerilla, um der heilsgeschichtlichen Aufladung revolutionärer Bewegungen nachzuspüren. Er zeigt, wie sich die politisch-militärisch begründeten Handlungen als Ausdruck religiöser, insbesondere romanisch-katholischer Prägungen entschlüsseln lassen. Auf diese Weise werden die oftmals im Theoretischen verharrenden Debatten um Säkularisierung ins Empirische überführt. Es eröffnet sich ein über den behandelten Einzelfall weit hinausweisender Blick auf die Verflechtung von revolutionärem Denken und eschatologischen Erlösungshoffnungen.
Weitere Details
Erschienen: 14.09.2026
Sprache: Deutsch
Einband: GEB
ISBN/EAN: 9783525303702
Umbreit-Nr.: 7951817
