Zum Hauptinhalt springen
Umbreit Logo

Matthias Flacius Illyricus

Cover von Matthias Flacius Illyricus

Biographische Kontexte, theologische Wirkungen, historische Rezeption, Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz - Beihefte 125

Irene Dingel/Johannes Hund/Luka Ilic

Vandenhoeck & Ruprecht

Die Forschung begegnet Matthias Flacius immer noch mit einer gewissen Voreingenommenheit. Seine streitfreudige Bekennerhaltung führte zu großem Respekt, aber auch zu Ressentiments. Dies wird begünstigt durch die jeweiligen Perspektiven, unter denen sich die Forschung dem vielseitig gelehrten und vielseitig aktiven Flacius bisher genähert hat. Fernab der überkommenen Positionen und Klischees beleuchtet das Buch den Einfluss der vielfältigen Lebensstationen auf den gebürtigen Kroaten und europäischen Migranten, sein Ringen um theologische Wahrheit und die ihm vorgeworfene Polemik, die Netzwerke und das Bild, das man sich von ihm machte.

100.00

(inklusive MwSt.)

Verfügbarkeit: Besorgungstitel, Festbezug

Zusatztext

Die in diesem Band versammelten Beiträge nehmen den in Labin (Kroatien) geborenen Matthias Flacius Illyricus unter vier Schwerpunkten in den Blick. Der erste widmet sich Flacius als 'Wanderer zwischen den Welten', der sich in verschiedenen städtischen und territorialen, politischen und konfessionellen Zusammenhängen zu behaupten hatte. Im Zentrum steht die Frage danach, welchen Einfluss die jeweiligen kulturellen und sozialen Kontexte auf seine geistige und theologische Entwicklung ausübten, welche Exilserfahrung er machte und wie sich dies auf seine Einstellung zu Heimat und Heimatlosigkeit auswirkte. Der zweite Schwerpunkt beleuchtet Flacius als 'Kämpfer für die Wahrheit'. Die Beiträge versuchen, sein Ringen um die theologische 'Wahrheit' als Strukturelement seines Denkens herauszuarbeiten. Dies konnte durchaus konfessionell übergreifende Relevanz erhalten, wie sie sich zum Beispiel in Flacius' großen historischen und hermeneutischen Werken zeigt. Dabei wird deutlich, dass man Flacius nicht auf den Streittheologen und stets polarisierenden Gelehrten des strengen Luthertums reduzieren kann. Vielmehr rückt in den Vordergrund, wie Flacius' Eintreten für die 'Wahrheit' zugleich ein leitendes Element für sein Geschichtsverständnis und die Art seiner Geschichtsschreibung wurde, für das Konzept der Zeugenschaft und für eine spezifische Hermeneutik. Der dritte Schwerpunkt widmet sich Flacius in seinen Netzwerken. Hier werden bisher kaum beachtete Korrespondenzen mit anderen Gelehrten betrachtet. Es geht um die Kontakte des Flacius in die Schweiz und nach Italien, sowie um die Gelehrtenkorrespondenzen nach Polen und Ostpreußen als Beispiele aus einem viel breiteren europäischen Korrespondenznetzwerk. Der vierte Zugang hat die Rezeption und von Flacius ausgehende gruppenbildende Wirkungen zum Gegenstand. Dabei rückt Österreich als Ort von Asyl und Exil in den Blick, an den sich die Flacianer, das heißt die Anhänger und engagierten Verfechter des Erbsündenverständnisses des Flacius, nach zahlreichen Ausweisungen aus dem Reich zurückzogen. Aber auch das Erbe der Flacianer in anderen europäischen Räumen mit Schwerpunkt Slowenien und Kroatien ist zu beachten. Ob es zu der Ausprägung eines 'Flacianismus' im Sinne einer 'Konfession' mit Bekenntnischarakter und konfessionsspezifischen Elementen kam, wird ebenso diskutiert wie die Flacius-Biographik des 19. Jahrhunderts.

Autorenportrait

Dr. Luka Ilic ist Pfarrer in Balzheim und ehemaliger wiss. Mitarbeiter des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte in Mainz.

Weitere Details

Erschienen: 21.01.2019

Umfang: 378 S., 7 Illustr., 7 Fotos, 7 Abb.

Sprache: Deutsch

Einband: GEB

Format: 3.2 x 23.8 x 16.8 cm

ISBN/EAN: 9783525570944

Umbreit-Nr.: 6121807

Der Umbreit-Newsletter

Jetzt anmelden und immer über Angebote, Neuigkeiten und Aktionen informiert bleiben.