Die Darstellung der Großstadt in der Literatur des beginnenden 20. Jahrhunderts
Zusatztext
Studienarbeit aus dem Jahr 2000 im Fachbereich Soziologie - Medien, Kunst, Musik, Note: 1,4, Fachhochschule Potsdam (FB Soziologie), Veranstaltung: Seminar Stadtkultur, Sprache: Deutsch, Abstract: Seit es Städte gibt, setzen sich Menschen mit dem Leben in ihnen und ihrem eigenenkonkreten Erleben des städtischen Alltags auseinander. Vor allem Künstler undGeisteswissenschaftler beschäftigten sich in den vergangenen Jahrhunderten inzunehmendem Maße mit Fragen und Problemen, die das Stadtleben aufwarf. So versuchtensie zu klären, ob das Leben in einem künstlich geschaffenen Umfeld überhauptder Natur des Menschen entspricht, oder ob er daran nicht eher zugrunde geht,ob er stark und flexibel genug ist, sich neuen Anforderungen zu stellen und anzupassen,oder aufgrund seiner Unfähigkeit in die Isolation getrieben wird. Seit dem19.Jahrhundert entstanden immer mehr Großstädte, und die Fragen verschärften sich:Ist hier ein menschenwürdiges Dasein überhaupt noch möglich? Oder läßt die Flutvon Menschen und Maschinen, das endlos erscheinende Meer von Häusern undStraßen jede Gefühlsregung verkümmern, erstickt jedes über den profanen Alltaghinausgehende Denken im Keim?Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Wahrnehmung und Darstellung derGroßstadt vor circa 100 Jahren, speziell im Bereich der Literatur. Sie versteht sich alsEinblick und Anregung, da naturgemäß bereits eine Fülle an Material zu diesemThema existiert. In der Einleitung gehe ich kurz auf die Situation der großen Städte inder damaligen Zeit ein, lasse ein Paar kritische Stimmen zu Wort kommen und stelledie Ansichten von Georg Simmel (einer der bedeutendsten Soziologen dieser Zeit) zudiesem Thema vor. Danach wende ich mich Rainer Maria Rilke zu, der obwohleher Lyriker den "ersten modernen deutschen Roman"1 um diese Zeit geschriebenhat: "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge". Der dritte Teil bleibt der frühexpressionistischenLyrik vorbehalten; hier soll die Verbindung der prosperierendenund pulsierenden Großstadt Berlin und dem aufkommenden Expressionismus der"ersten wirklichen Großstadtkunst in Deutschland überhaupt"2 aufgezeigt werden.1 Rainer Kirsch, Nachwort, in: R. M. Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, Leipzig1989 (Verlag Phillip Reclam jun.), S.1882 Jost Hermand, Das Bild der "großen Stadt" im Expressionismus, in: Klaus R. Scherpe, DieUnwirklichkeit der Städte, Reinbek bei Hamburg 1988, S.66
Weitere Details
Erschienen: 10.07.2003
Umfang: 31 S., 0.29 MB
Sprache: Deutsch
ISBN/EAN: 9783638203630
Umbreit-Nr.: 4616843
