Theorie und Erfahrung
Zweiter Teilband Theorienstrukturen und Theoriendynamik 2 / 2, Probleme und Resultate der Wissenschaftstheorie und Analytischen Philosophie 2/2 - Theorie und Erfahrung
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Zusatztext
1. Falsche Orientierung am groBen Bruder? Auf die Frage nach dem Gegenstand der Wissenschaftstheorie konnte man die Antwort geben: "Kein Mensch weiB, wovon die Wissenschafts theorie handelt; denn sie ist eine Disziplin ohne Objekt." Dies wiirde an die Art und Weise erinnern, in der einst B. RUSSELL die Mathematik charak terisierte. Aber wahrend er in der fUr ihn typischen humorvollen Weise auf das Problem der mathematischen Erkenntnis hinweisen wollte, kDnnte die vorliegende Antwort durchaus ernst gemeint sein und das hellit hier: durchaus boshaft. Die Behauptung lieBe sich durch einen Vergleich mit der Situation in der Philosophie der Mathematik stutzen. Die Entwicklung der Philosophie der Mathematik zu einer exakten Wissenschaft, genannt Metamathematik, ist durch die mathematische Grundlagenkrise hervorgerufen worden. Da diese Krise durch die Entdeckung der mengentheoretischen Antinomien aus gelDst wurde, wird sie oft so dargestellt, als habe es sich dabei um ein tragisches Ereignis in der modernen Mathematik gehandelt. Betrachtet man diesen V organg unter dem Aspekt der Wirkung, so ge langt man eher zu der gegenteiligen Beurteilung: Die Entdeckung von Antinomien war ein hDchstgliicklichesEreignis; denn sie bewirkte denZwang zur Formalisierung und Prazisierung des Erkenntnisgegenstandes der Phi losophie der Mathematik. Intuitive V orstellungen yom mathematischen Denken wurden durch genau beschreibbare Objekte ersetzt und die Philo sophie der Mathematik entwickelte sich zur mathematischen Grundlagen forschung, die in allen ihren Verzweigungen zu Disziplinen fUhrte, die der Mathematik an Prazision nicht nachstanden und die heute selbst als Teile der Mathematik angesehen werden.
Autorenportrait
Inhaltsangabe1. Falsche Orientierung am großen Bruder?.- 2. Rebellion gegen die Wissenschaftsphilosophie oder Revolution der Wissenschaftsphilosophie?.- 3. Die zweite Rationalisierung.- 4. Eine fünffache Rückkoppelung.- 5. Einige Gründe für Abweichungen vom Standardmodell. Non-statement view. Makrologik. Holismus.- 6. Inhaltsübersicht und Zusammenfassung.- VIII. Die Struktur ausgereifter physikalischer Theorien nach Sneed.- 1. Einwendungen gegen die Zweistufenkonzeption der Wissenschaftssprache und gegen die linguistische Theorie Carnaps.- 1.a Die Kritiken am Begriff der Beobachtungssprache durch Kuhn, Feyerabend und Hempel.- 1.b Die Herausforderung von Putnam.- 2. Axiomatische Theorien.- 2.a Die axiomatische Methode. Fünf Bedeutungen von "Axiomatisierung einer Theorie".- 2.b Die herkömmliche Auffassung von den empirischen Behauptungen einer Theorie. Beispiel einer Miniaturtheorie m.- 3. Das neue Kriterium für Theoretizität von Sneed.- 3.a Das Kriterium für den Begriff "T-theoretisch".- 3.b Einige hervorstechende Merkmale des Begriffs "T-theoretisch" von Sneed. Abschied von der Beobachtungssprache und den Zuordnungsregeln?.- (I) Die Relativierung auf eine Theorie.- (II) Eine starke und eine schwache Voraussetzung im Kriterium.- (III) Pragmatischer Charakter des Kriteriums?.- (IV) Der ,absolute' Charakter des Kriteriums.- (V) Die Überlegenheit des Kriteriums von Sneed gegenüber der Zweistufenkonzeption.- (VI) Abschied von der Beobachtungssprache?.- (VII) Ein potentieller Einwand: das Kriterium ist zu stark.- (VIII) Ein zweiter potentieller Einwand: das Verfahren ist zirkulär.- (IX) Übertragung des Kriteriums auf nichtphysikalische Theorien.- (X) Theorienhierarchien.- (XI) Voraussetzung im transzendental-analytischen Sinn.- 4. "Theoretischer Term": ein paradoxer Begriff?.- 4.a Das Problem der theoretischen Terme.- 4.b Die Ramsey-Lösung des Problems der theoretischen Terme.- 4.c Ramsey-Darstellung und Ramsey-Eliminierbarkeit. Die unverzichtbare Leistung theoretischer Begriffe bei fehlender Ramsey-Eliminierbarkeit.- 5. Eine dreifache Verbesserung der Ramsey-Methode.- 5.a Die Grenzen der Ramsey-Darstellung.- 5.b Erste Verallgemeinerung der Ramsey-Darstellung: Einführung mehrerer ,intendierter Anwendungen' einer Theorie.- 5.c Zweite Verallgemeinerung der Ramsey-Darstellung: Nebenbedingungen als ,einschränkende Querverbindungen' zwischen den intendierten Anwendungen der Theorie.- 5.d Diskussion der zweifach modifizierten Ramsey-Darstellung am Beispiel der Miniaturtheorie m.- 5.e Das Problem der Ramsey-Eliminierbarkeit bei verallgemeinerter Ramsey-Darstellung.- 5.f Drei Leistungen theoretischer Funktionen: Ökonomie, Gehaltverschärfung, Prognosenbildung. ,Bedingte Verifikation' der Braithwaite-Ramsey-Vermutung für die verallgemeinerte Ramsey-Darstellung.- 5.g Dritte Verallgemeinerung der Ramsey-Darstellung: Einführung spezieller Gesetze mit Hilfe von Verschärfungen des Grundprädikates. Der zentrale empirische Satz (Ramsey-Sneed-Satz) einer Theorie.- 5.h Bemerkungen über empirischen Gehalt, Prüfung, Falsifikation und Bewährung von Theorien.- 6. Das Beispiel der klassischen Partikelmechanik.- 6.a Partikelkinematik, Partikelmechanik und klassische Partikelmechanik.- 6.b Einführung von Nebenbedingungen.- 6.c Ein theoretischer Erklärungsbegriff.- 6.d Spezielle Kraftgesetze und Prädikatverschärfungen: das dritte Gesetz von Newton; das Gesetz von Hooke; das Gravitationsgesetz.- 6.e Einige zusätzliche Bemerkungen über spezielle Nebenbedingungen, Galilei-Transformationen sowie über das zweite Gesetz von Newton.- (I) Ein Beispiel zur Erläuterung der Rolle spezieller Nebenbedingungen.- (II) Die Invarianz in bezug auf Galilei-Transformationen.- (III) Die epistemologische Rolle des zweiten Gesetzes von Newton.- 7. Was ist eine physikalische Theorie? Skizze einer Alternative zur Aussagenkonzeption (statement view) von Theorien.- 7.a Theorie als mathematische Struktur, als Proposition und als empirischer Satz.- 7.b Strukturrahmen, Strukturkern und erweiterter Str
Weitere Details
Erschienen: 27.09.2011
Umfang: xx, 327 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
ISBN/EAN: 9783642649073
Umbreit-Nr.: 4254008
