Zwischen Wirklichkeits- und Möglichkeitssinn
Robert Musil literatursoziologisch betrachtet, Literatur und Gesellschaft. Literatursoziologische Studien
Christine Magerski/Christian Steuerwald
€59.99
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Zusatztext
In der modernen Gesellschaft, so Peter L. Berger 1988, leben noch immer einige Menschen, die eine ältere Lebensform, eine traditionale Ganzheit repräsentieren. Vielleicht sind sie glücklich, und vielleicht sollten wir sie beneiden. Aber für diejenigen, die aus der Quelle des modernen Relativismus getrunken haben, scheint es kein Zurück mehr zu geben. Was klingt wie eine Passage aus den Romanen Michel Houellebecqs, bezieht sich auf Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften. Musil, mit dem sich der Wissenssoziologe Berger wiederholt beschäftigte, hatte nicht nur reichlich aus der Quelle des modernen Relativismus getrunken, sondern war angesichts von Krieg und Staatszerfall auch in einem Maße desillusioniert, das zur tiefgreifenden Reflexion der zeitgenössischen Verhältnisse und zum Versuch einer Klärung der Relation von Wirklichkeit und Möglichkeit drängte. Von diesem Versuch nimmt der vorliegenden Band seinen Ausgang. Mit Austin Harrington wird in Musil an exemplary kind of social theorist gesehen und nach dem Potential seiner Schriften für ein Verständnis des modernen Subjekts im Spannungsfeld von Realität und Projektion gefragt. Mit dem Dichter der Möglichkeiten (Kurt Benesch) setzen sich namhafte Vertreter sowohl Literaturwissenschaft wie auch der Soziologie als Möglichkeitswissenschaft (Helmut Klages) auseinander. In Einzelstudien werden die Darstellung von Gesellschaft in den Texten Musils, die Erschaffung der Texte und deren Wirkung untersucht.
Autorenportrait
Christine Magerski ist Professorin für Neuere deutsche Literatur mit Schwerpunkt Literatursoziologie an der Universität Zagreb. Sie studierte Literaturwissenschaft und Geschichte an der Freien Universität Berlin sowie Cultural Studies an der Monash University/Melbourne, wo sie 2003 mit einer Arbeit zur Frühgeschichte der Literatursoziologie promoviert wurde. Bei Springer VS erschienen die Monographien: Theorien der Avantgarde. Gehlen - Bürger - Bourdieu - Luhmann (2011), Gelebte Ambivalenz. Die Bohème als Prototyp der Moderne (2015) sowie (gemeinsam mit Christa Karpenstein-Eßbach) Literatursoziologie. Grundlagen, Problemstellungen und Theorien (2019).
Weitere Details
Erschienen: 29.04.2025
Umfang: xii, 216 S., 2 s/w Illustr., 216 S. 2 Abb.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
ISBN/EAN: 9783658463472
Umbreit-Nr.: 4491076
