Blut spritzte Gedichte
KIND Essay
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Zusatztext
Blut spritzte Gedichte Seine Gedichte ruhten auf dem Tisch. Keiner wollte sie aufnehmen. Als Irgendwer begann zu lachen, ergriff er eines seiner Worte und schob es seinem Nebenmann in die Rippen. Blut spritzte über die Tafel. Mit einer Feder schrieb er ein neues Wort. Er nahm es auf und steckte es in seinen Mund. Er grinste und zeigte sein Zahnfleisch ehe er die Schreibfeder in das Auge seines Nachbarn stieß. Dessen Schrei klagte die letzten zweitausend Jahre in den Raum. "Erkennst du den Dichter" ermittelte er, in den Bereich voller Finsternisse, um dessen Tisch die Teufel saßen. Er öffnete seinen Leib mit einem Riss durch die Haut und seine Worte quollen wie Dämonen, wie die Larven der Eintagsfliegen, aus seinem Balg. Er ergriff eine Handvoll Worte und schrie sie laut in den Raum. Der Darm ist draußen außerhalb des Körpers. "Worte, Worte, spielt mit mir, spielt mit mir" schrie er.
Autorenportrait
Geboren in Aachen wo er bis heute lebt, als Dichter, Philosoph, Dramatiker und Essayist. Seine Gedichte sind eine motivische Darstellung der Einsamkeit, des Vergänglichen, sowie ein melancholischer Sprachduktus in der Tradition pessimistischer Literatur. F. gebraucht seine Lyrik in einer stark verschlüsselten, dichten, meist ungereimten Sprache von großer Eindringlichkeit. F. versucht, die Stellung der Lyrik neu, modern zu justieren. In der Gegenwart verankert seine poetische Sprache deutliche Dichtkunst. Die Verwendung eines lakonischen, bisweilen philosophisch, fragmentarischen Stils, heben beständig die Korrespondenz zwischen Inhalt und Aufbau hervor.
Weitere Details
Erschienen: 02.11.2018
Umfang: 88 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.6 x 14.8 x 10.5 cm
ISBN/EAN: 9783746776040
Umbreit-Nr.: 5911998
