Blutroter Schweigeschleier
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Zusatztext
Zu diesen Gedichten: Wir schweigen. Wir verschweigen zu viel. Verlieren Worte, unsere Sprache. Und ver-stehen nichts mehr. Gottesferne. Über allem liegt der Schweigeschleier mit der blassen Farbe ungelebten Lebens. Tag um Tag verkeilen sich wichtige Worte im Kehlkopf; die können nicht mehr um Frie-den flehen. Unsere Tage verschwinden scheibchenweise in die Nacht. Der Welt wachsende Schwärze lässt nichts mehr be-leben. Wir lecken Wunden; die Macht der anderen Seite ist ein beissender Hund. Plötzlich bemächtigt sich uns das Greifen-wollen des nicht greifbaren Gottes, verneh-men sehnsüchtig tänzelndes Flüstern un-wahrer Engel. Wo geht es hin nach heim? Rund um uns riecht es nach Hungerhaus und Tod. Wenn wir aufmerksam werden, sehen wir kurz vor Mitternacht des Zeigers Zeitnahme. Da öffnet sich der Erinnerungsraum mit den Gebeinen von Fremdheit, Sünde und Sehn-sucht. Wer denkt zuhause zu sein, ist aus-wärts, fern, allein.
Autorenportrait
Antoine Twerenbold, 1947 geboren, absolvierte seine Ausbildungen mit Abschlüssen in Kunst, Journalismus und Public Relations in Bern, Zürich und Biel. Studienaufenthalte in Frankreich, Spanien und England; jahrzehntelange Berufserfahrungen auf Führungsebenen. Seit 1995 arbeitet er als freier Künstler mit der von ihm selbst erfundenen Plastischen Mentalsprache in Bern (CH) und, nach 20 Jahren in Lemuy (F), neu in Gernsbach (D). Seine Werke zeigte er in Kanada, fast ganz Europa, in Asien sowie im Nahen Osten. Er ist Träger internationaler Auszeichnungen. Seit 1965 schrieb und veröffentlichte Antoine Twerenbold weit über 1200 Gedichte.
Weitere Details
Erschienen: 26.04.2022
Umfang: 88 S.
Sprache: Deutsch
Einband: GEB
Format: 1 x 19 x 12.5 cm
ISBN/EAN: 9783754972908
Umbreit-Nr.: 5610641
