Satire zwischen Schreiben und Schweigen
Karl Kraus 'Dritte Walpurgisnacht', Palaestra 353, Untersuchungen zur europäischen Literatur
In der 'Dritten Walpurgisnacht' sucht Karl Kraus 1933 nach einem Weg, mit den Mitteln von Satire und Essay, Goethe und Shakespeare die Gewalt und Irrationalität des Nationalsozialismus offenzulegen.
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Zusatztext
Auf die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler reagiert Karl Kraus mit dem umfangreichen Essay 'Dritte Walpurgisnacht', den er jedoch vor der Veröffentlichung zurückzieht. Theresa Homm zeigt, wie Kraus ein Schweigen über die politischen Ereignisse in Deutschland inszeniert, das den Bruch mit der Normalität markiert und auf die Gewalt des Nationalsozialismus verweist. Die 'Dritte Walpurgisnacht' analysiert sie vor dem Hintergrund dieses Schweigens und zeigt auf, wie Kraus Zitate aus Goethes 'Faust' und Shakespeares Tragödien verwendet, um die deutsche Politik zu kommentieren und seinen Essay zu strukturieren. Unter Rückgriff auf Theorien zur Satire und zum Essay untersucht die Autorin, wie sich die Schreibweise von Kraus ab 1933 von seiner bisherigen Satire unterscheidet, zugleich aber an diese anknüpft. Karl Kraus reacts to the appointment of Hitler as Chancellor with his voluminous essay Third Walpurgisnight, but decides against publishing it. Theresa Homm shows how Kraus marks a disruption of normality and points out the violence of national socialism by staging a silence on political events in Germany. She analyses the Third Walpurgisnight against the background of this silence and illustrates how Kraus uses citations from Goethes Faust and Shakespeares tragedies to comment on German politics and to structure his essay. Resorting to theories of satire and the essay, the author investigates in what way Kraus writing from 1933 onwards differs from his earlier satire whilst still continuing it.
Weitere Details
Erschienen: 09.03.2026
Umfang: 484 S.
Sprache: Deutsch
Einband: GEB
Format: 3.1 x 23.7 x 16.5 cm
ISBN/EAN: 9783847118992
Umbreit-Nr.: 6756959
