Das japanische Vorbild. Raumkonzeptionen bei Josef Frank und Bruno Taut
Ein Beitrag zur Ideengeschichte der Modernen Architektur, Grundlagen/Basics 125
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Zusatztext
Der Wiener Architekt Josef Frank und der Berliner Architekt Bruno Taut standen den vom Bauhaus geforderten Grundsätzen reserviert gegenüber. Der Blick nach Asien, insbesondere nach Japan, bestärkte sie in ihrem Anliegen, Tradition und Innovation zu verbinden. Denn die japanische Architektur schien seit Jahrhunderten all jene Merkmale aufzuweisen, die man in Europa im Zuge einer Erneuerung des Bauens anstrebte. Josef Frank entwickelte einen von Adolf Loos übernommenen Raumplan weiter zu einer asymmetrisch angelegten Grundrissstruktur. In seiner Konzeption eines Hauses als Weg und Platz spielt die japanische Teehausarchitektur eine besondere Rolle. Im Rahmen des Berliner Siedlungsbaus der 1920er Jahre entwickelte Bruno Taut das Motiv eines Aussenwohnraums als Bezug der Wohnung zu ihrer Umgebung. Darin spiegeln sich japanische Anleihen, denn ein Haus wird in Japan stets als Teil des umgebenden Gartenraums aufgefasst. Die Asymmetrie japanischer Raumkonzeptionen und der Bezug auf die unmittelbare Umgebung wurden zu Leitmotiven für Taut und Frank. Viele ihrer Entwürfe sind ohne die Beschäftigung mit japanischer Architektur nicht denkbar.
Autorenportrait
Corinne Elsesser ist Philosophin und Kunsthistorikerin. Sie veröffentlicht regelmässig über Architektur und Kunst in Fachzeitschriften und Tageszeitungen und lebt in Frankfurt am Main.
Weitere Details
Erschienen: 10.12.2020
Umfang: 240 S.
Sprache: GSW
Einband: KT
Format: 1.7 x 23 x 21.2 cm
ISBN/EAN: 9783869227757
Umbreit-Nr.: 432908
