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Das Nirvana Baby

Cover von Das Nirvana Baby

Sternburg, Juri

Korbinian Verlag

10.00

(inklusive MwSt.)

Verfügbarkeit: Beim Verlag bestellbar. Führen wir nicht bzw. nicht mehr

Zusatztext

Das Stadion hat sich inzwischen in eine dieser aberwitzigen Rummelattraktionen verwandelt. Es fliegt auf und ab und dreht sich dabei beständig im Kreis, während ein Marktschreier bereits die nächste Runde anpreist. Die Lichter zucken, von irgendwo dringen Schreie an mein Ohr. Paul und ich stehen in der Mitte und gleichen die ruckartigen Bewegungen unserer Umwelt durch gazellengleiches Dahingleiten aus, während wir in Großbuchstaben Ihr habt uns in Beton geboren, und nun wundert ihr euch, dass wir mit Steinen schmeißen auf den Rasen schreiben. Die Spieler halten den weißen Schriftzug für die neuen Außenlinien und versuchen verzweifelt, in dem Labyrinth aus Linien einen ordentlichen Doppelpass zu präsentieren, was ihnen nicht gelingen will. Die Zuschauer fallen um wie beim Domino Day. In der Kurve stehen einige Glatzen und brüllen sich die Seele aus dem Leib: Nazi-analer Widerstand heißt Doggystyle! Jemand klopft mir auf die Schulter. Ich springe auf die Flutlichtanlage und trommle mir wie King Kong auf die Brust. Ein junger Mann steht im Fußballstadion und zitiert Ulrike Meinhof. Dann überschlagen sich die Ereignisse und am Ende liegt ein Polizist am Bodendas Blut spritzt. Paul Bakunin hat genug. Seine Freundin ist zwar ganz nett und seine Air Max-Sneakers ziemlich schön, aber Paul will einen Anschlag planen. Irgendwas muss ja endlich passieren. Das Nirvana Baby riecht nach Ruß und Schwefel. Es weiß nichts und will doch alles. Unterhalten und schockieren, aufwühlen und aufrühren. Es ist ihm ernst. Ernst mit seinem Überdruss, ernst mit dem Mädchen vom Müllberg und ernst mit seiner Abneigung gegen Axel Schulz. Zwischen linksradikalem Gedankengut und Gangsta Rap-Zitaten pendelnd erzählt Das Nirvana Baby von den letzten Atemzügen einer Gesellschaft, von den Widrigkeiten des Widerstands und von der (Un-)Möglichkeit, dass sich etwas ändert.

Autorenportrait

Juri Sternburg, geboren 1983 in Berlin-Kreuzberg, ist Autor und Dramatiker. Nach der Schule beschäftigt er sich mehrere Jahre intensiv mit Graffiti. Seit 2007 schreibt Sternburg regelmäßig Kolumnen, Erzählungen und Reportagen für die TAZ, in den folgenden Jahren auch für Magazine wie Freitext, Das Wetter, HATE, Noisey oder das Musikmagazin JUICE. Sein Hörspiel "Feierabend" wird 2010 im SWR urgesendet. Sein erstes Theaterstück "der penner ist jetzt schon wieder woanders" wurde 2010 zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen und 2011 zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens wo es mit dem Förderpreis für neue Dramatik ausgezeichnet wurde. Im Januar 2012 feierte das Stück am Maxim-Gorki-Theater in Berlin Premiere. Inzwischen wurde es u.a. in Freiburg, Prag, Kopenhagen und Boston aufgeführt. 2015 erscheint sein zweites Stück "Wider die Natur" als Ergebnis der Literaturwerkstatt "Raus" des Ballhaus Naunynstrasse / Maxim-Gorki-Theaters. Juri Sternburg lebt und arbeitet in Berlin.

Weitere Details

Erschienen: 15.10.2015

Umfang: LXXX, 80 S., 1 s/w Illustr., 1 Illustr.

Sprache: Deutsch

Einband: KT

Format: 0.5 x 17.5 x 11.1 cm

ISBN/EAN: 9783981758306

Umbreit-Nr.: 3064245

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