Lucile werden
Zusatztext
Dieser Roman einer Frau, die zunächst als Rebecca Dorothea Rebland in Erscheinung tritt, eine freie, aber unter emotionalen Zwängen leidende Autorin mit (vagem) Erfurter Hintergrund, handelt von einer verfehlten Verwandlung, einem ruinösen Werden. Um ihrer Lebens-und Leidenswelt zu entkommen, ermöglicht ihr das großzügige Verhalten einer Verlegerin, den kleinen Ort Rye in Sussex aufzusuchen, um über ihn eine Reportage für das unverbesserlich anglophile deutschsprachige Lesepublikum zu verfassen. Sie stößt dort auf einen Mordfall, der sich Mitte des 18. Jahrhunderts zugetragen hat, von dem sie glaubt, ihn neu recherchieren zu müssen. Doch was sich während ihres Aufenthalts eigentlich in Rye ereignet, ist der vergebliche Versuch Rebeccas, dort Becky genannt, sich von ihrem Erfurter Peiniger zu emanzipieren und zu sich zu finden. Dieser Versuch wird ihr abgenommen durch einen mysteriösen französischen Künstler, den sie in Rye zunächst nur beiläufig kennenlernt. Er entführt sie nach Paris in seine dortige skurrile bis surreale Kunst-Welt, wobei sich das Muster ihrer Abhängigkeit selbst in dieser radikalen Selbstentfremdung - ihr neuer Liebhaber/Peiniger nennt sie nur Lucile - wiederholt. Sie wird zu einer Lucile und wird es auch nicht. Am Ende dieser atmosphärisch sich wieder und wieder neu verdichtenden Prosa steht eine - auch physische - Verletzung.
Weitere Details
Erschienen: 20.10.2025
Umfang: 316 S.
Sprache: Deutsch
Einband: GEB
ISBN/EAN: 9783990982303
Umbreit-Nr.: 6917314
