Schnittstellen: Das Heilige und die Gewalt nach René Girard
Eine nicht-opfernde Lesart der Passion Christi
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Zusatztext
Das zentrale Problem, das es zu klären gilt, ist der Versuch, das dialektische Denken von René Girard zu erfassen. Denn er vertritt die Hypothese, dass das menschliche Verlangen gewalttätig ist und dass es wiederum positiv und negativ sein kann und zudem eine mimetische Wirkung hat. Wohin führt ihn das und warum zieht er gewaltsam gegensätzliche Haltungen auf sich, obwohl er für seine christliche Überzeugung der Gewaltlosigkeit bekannt ist? Wie soll man eine Theorie angehen, die nicht empirisch belegt ist - um vom modernen Kantianismus zu sprechen - und die wiederum am Ursprung aller Gesellschaften, Kulturen und Religionen steht? Girard erkannte intuitiv, dass Gewalt und das Heilige in den Anfängen der sozialen Organisation liegen und dem Zivilisationsprozess zugrunde liegen. Der Zivilisationsprozess hängt von der Entdeckung eines Mechanismus ab, der es ermöglicht, die Gewalt zu kontrollieren, die durch das ausgelöst wird, was er als mimetisches Verlangen bezeichnet. Das mimetische Verlangen ist ansteckend und kann sich in genau dem Maße verschlimmern, in dem sich eine größere Anzahl von Akteuren im Kurzschluss der mimetischen Rivalität, der Rivalität in sozialen Gruppen, befindet. Wenn keine Form der Kontrolle der Mimesis entwickelt wird, kann die soziale Formation selbst inmitten eines allgemeinen Konflikts zerfallen.
Weitere Details
Erschienen: 26.08.2025
Umfang: 120 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.8 x 22 x 15 cm
ISBN/EAN: 9786208473181
Umbreit-Nr.: 7445399
