Das Narrenschiff (Gedicht des Mittelalters)
Mittelalterliche Satire auf Laster, Torheit und gesellschaftliche Unordnung
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Zusatztext
Sebastian Brants Das Narrenschiff, 1494 in Basel erschienen, ist eines der einflussreichsten deutschsprachigen Lehrgedichte des späten Mittelalters. In einer allegorischen Schiffsreise versammelt es Narren aller Stände, deren Laster, Torheiten und moralische Verblendungen in gereimten Kapiteln vorgeführt werden. Der Stil verbindet volkssprachliche Anschaulichkeit, satirische Schärfe und gelehrte Exemplarik; im Kontext von Humanismus, Bußpredigt und spätmittelalterlicher Ständekritik wird das Werk zu einem Spiegel gesellschaftlicher Unordnung. Brant, Jurist, Humanist und später Stadtschreiber von Straßburg, verfügte über eine umfassende Bildung in Recht, Theologie und klassischer Literatur. Seine Tätigkeit im gelehrten Basel, einem Zentrum des Buchdrucks, erklärt die präzise Verbindung von moralischer Unterweisung und publizistischer Wirkung. Das Narrenschiff entspringt einer Epoche religiöser Reformsehnsucht und sozialer Spannungen; Brants konservative Frömmigkeit und sein Ordnungsideal prägen die Diagnose einer Welt, die sich von Vernunft und göttlichem Maß entfernt hat. Empfohlen sei dieses Buch allen Leserinnen und Lesern, die mittelalterliche Literatur nicht als fernes Kuriosum, sondern als kritische Analyse menschlicher Fehlbarkeit verstehen möchten. Seine satirischen Miniaturen bleiben überraschend aktuell: Eitelkeit, Habgier, Bildungsdünkel und politische Unvernunft erscheinen hier in exemplarischer Klarheit.
Weitere Details
Erschienen: 15.12.2022
Umfang: 300 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.6 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027347650
Umbreit-Nr.: 7967949
