Christa Ruland
Ein psychologischer Roman über weibliche Selbstbestimmung, Ehekritik und Gesellschaftszwänge im Kaiserreich
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Zusatztext
Christa Ruland entfaltet das Porträt einer Frau, die in der bürgerlichen Gesellschaft des Kaiserreichs nach geistiger Eigenständigkeit, Liebesfähigkeit und sozialer Anerkennung sucht. Hedwig Dohm verbindet psychologische Figurenzeichnung mit scharfer Gesellschaftsanalyse: Hinter privaten Konflikten werden die rechtlichen, moralischen und ökonomischen Zwänge sichtbar, die weibliche Lebensentwürfe begrenzen. Stilistisch steht der Roman zwischen realistischem Erzählen, essayistischer Reflexion und feministischer Zeitkritik. Hedwig Dohm, eine der radikalsten Stimmen der frühen deutschen Frauenbewegung, schrieb aus jahrzehntelanger publizistischer Erfahrung gegen die ideologische Festlegung der Frau auf Ehe, Mutterschaft und Selbstverzicht. Ihre Streitschriften für Bildung, Berufstätigkeit und politisches Wahlrecht prägen auch Christa Ruland. Biographisch wie intellektuell war Dohm mit den Widersprüchen einer Epoche vertraut, die Modernität versprach, Frauen jedoch weiterhin entmündigte. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Literatur nicht nur als ästhetische Form, sondern als historisches Erkenntnismittel verstehen. Christa Ruland ist ein kluger, unbequemer und erstaunlich gegenwärtiger Roman über Selbstbestimmung, Geschlechterordnung und die Kosten gesellschaftlicher Anpassung.
Weitere Details
Erschienen: 15.12.2022
Umfang: 112 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.6 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027348008
Umbreit-Nr.: 7967404
