Vampir
Frank Brauns fiebriger Abstieg in Blutkult, okkulte Erotik und die Krisen des Ersten Weltkriegs
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Zusatztext
Hanns Heinz Ewers' "Vampir" entfaltet als dritter Frank-Braun-Roman eine fiebrige Verbindung von Schauerliteratur, Décadence und moderner Kulturdiagnose. Der Vampirismus erscheint weniger als bloßes Monstermotiv denn als Chiffre für Begehren, Erschöpfung, Krieg und parasitäre Machtverhältnisse. In fragmentarischer, farbgesättigter Prosa verbindet Ewers erotische Obsession, okkulte Spekulation und zeitgeschichtliche Nervosität zu einem Werk, das zwischen Fin de Siècle, Expressionismus und phantastischer Literatur steht. Ewers, 1871 in Düsseldorf geboren, war Jurist, Weltreisender, Kabarettist und einer der provokantesten Autoren der deutschsprachigen Phantastik. Seine Nähe zu Okkultismus, Ästhetizismus und Grenzerfahrungen prägte bereits "Der Zauberlehrling" und "Alraune". Erfahrungen in Amerika während des Ersten Weltkriegs, politische Propaganda, Faszination für das Dämonische und ein ausgeprägtes Interesse an abweichender Sexualität bilden den biographischen Resonanzraum, aus dem "Vampir" seine verstörende Energie gewinnt. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die phantastische Literatur nicht als Eskapismus, sondern als Seismograph kultureller Krisen verstehen. "Vampir" ist ein irritierendes, stilistisch exzessives und historisch aufschlussreiches Werk, dessen problematische Abgründe gerade seine intellektuelle Bedeutung sichtbar machen.
Weitere Details
Erschienen: 15.12.2022
Umfang: 260 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.4 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027349043
Umbreit-Nr.: 7969337
