Der Vampir
Londoner Okkultismus, spiritistische Séancen und psychologischer Horror im Fin de Siècle
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Zusatztext
Der Vampir, 1911 erschienen, führt in das London des Fin de Siècle, wo der polnische Protagonist Zenon in ein Milieu aus spiritistischen Sitzungen, okkulten Experimenten, hypnotischer Suggestion und erotischer Abhängigkeit gerät. Reymont verbindet Elemente des Schauerromans mit psychologischem Realismus und symbolistischer Dekadenz. Der Vampirismus ist hier weniger bloße Monstergestalt als Chiffre für Willensverlust, moderne Entwurzelung und die gefährliche Faszination des Irrationalen. Wladyslaw Stanislaw Reymont, 1867 geboren und 1924 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, war ein genauer Beobachter gesellschaftlicher Randzonen. Seine Erfahrungen als Bahnangestellter, Schauspieler, Reisender und Chronist des ländlichen wie urbanen Lebens schärften seinen Blick für Übergangsmilieus. Das zeitgenössische Interesse an Spiritismus, Theosophie und Nervenerkrankungen bot ihm den Stoff, die Krise des modernen Subjekts literarisch zu untersuchen. Empfohlen sei Der Vampir Lesern, die gotische Spannung nicht als bloßen Effekt, sondern als intellektuelles Instrument schätzen. Das Buch eröffnet einen ungewöhnlichen Zugang zu Reymont jenseits seiner Bauern- und Gesellschaftsromane und zeigt, wie europäische Moderne, Okkultismus und psychologische Selbstbefragung einander durchdringen.
Weitere Details
Erschienen: 15.12.2022
Umfang: 124 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.7 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027351398
Umbreit-Nr.: 7968736
