Andreas Hartknopf
Allegorische Prosa der Spätaufklärung über Pietismus, Selbstbeobachtung und innere Wahrheit
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Zusatztext
Andreas Hartknopf ist eine ebenso schmale wie gedanklich dichte Erzählung, in der Karl Philipp Moritz die Form der Allegorie mit den Beobachtungsverfahren des psychologischen Romans verbindet. Die Wanderung und geistige Selbstprüfung der Titelfigur werden zum Experiment über Frömmigkeit, Einbildungskraft, gesellschaftliche Rolle und innere Wahrheit. Zwischen Spätaufklärung, empfindsamer Prosa und religiöser Satire entfaltet Moritz einen Stil von eigentümlicher Klarheit: nüchtern im Ton, doch reich an symbolischen Resonanzen. Moritz, 1756 in Hameln geboren, kannte die Spannungen, die dieses Buch prägen, aus eigener Erfahrung: pietistische Erziehung, soziale Unsicherheit, Bildungsdrang, Theaterleidenschaft und der Wunsch nach geistiger Selbstbestimmung. Als Autor des Anton Reiser und früher Theoretiker der Ästhetik interessierte ihn besonders, wie äußere Zwänge innere Welten formen. Andreas Hartknopf erscheint so als literarische Verdichtung seiner lebenslangen Untersuchung des leidenden, suchenden und sich deutenden Subjekts. Zu empfehlen ist dieses Buch allen Leserinnen und Lesern, die die deutsche Literatur des 18. Jahrhunderts jenseits der kanonischen Hauptwege erkunden möchten. Es bietet keine bloße Handlung, sondern eine präzise Denkbewegung: über Religion, Identität und die Gefahren der Selbsttäuschung. Wer Moritz' leise Ironie und psychologische Schärfe schätzt, findet hier ein kleines, anspruchsvolles Meisterstück.
Weitere Details
Erschienen: 15.12.2022
Umfang: 112 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.6 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027351763
Umbreit-Nr.: 7969339
