Die Familie Buchholz - Aus dem Leben der Hauptstadt
Satirische Berliner Alltagskomödie aus Bürgertum, Gründerzeit und wilhelminischer Moderne
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Zusatztext
Julius Stindes "Die Familie Buchholz - Aus dem Leben der Hauptstadt" entfaltet in episodischer Form ein Panorama des Berliner Bürgertums der Gründerzeit. Im Mittelpunkt steht die resolute Wilhelmine Buchholz, deren häusliche Beobachtungen, gesellschaftliche Ambitionen und moralische Urteile zur komischen Linse werden, durch die Alltag, Konsum, Vereinswesen, Erziehung und städtische Modernisierung erscheinen. Stilistisch verbindet Stinde feuilletonistische Leichtigkeit, präzise Milieubeobachtung und satirische Überzeichnung; literarisch steht das Werk zwischen bürgerlichem Realismus, Lokalposse und Gesellschaftsskizze. Julius Stinde (1841-1905), ausgebildet in naturwissenschaftlich-technischen Fächern und lange journalistisch tätig, kannte die Sprache öffentlicher Debatten ebenso wie die Mechanismen populärer Unterhaltung. Seine Erfahrung als Satiriker und Beobachter urbaner Lebensformen prägte die Buchholz-Figur entscheidend: Sie spricht aus dem Inneren des Kleinbürgertums, verrät aber zugleich dessen Eitelkeiten, Ängste und Anpassungsleistungen im rasch wachsenden Kaiserreich. Empfohlen sei dieses Buch allen, die Berlin nicht nur als historische Kulisse, sondern als soziale Bühne verstehen möchten. Stindes Humor bleibt scharf, weil er aus genauer Wahrnehmung entsteht; seine Figuren sind komisch, ohne bloß karikiert zu sein. So bietet der Roman zugleich Lesevergnügen, kulturhistorisches Dokument und kluge Kritik bürgerlicher Selbstinszenierung.
Weitere Details
Erschienen: 16.12.2022
Umfang: 128 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.7 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027352685
Umbreit-Nr.: 7967664
