Der Geldkomplex
Satirischer Sanatoriumsroman über Finanznöte, Psychoanalyse und weibliche Selbstbestimmung in der Münchner Moderne
Reventlow, Franziska Gräfin zu
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Zusatztext
Der Geldkomplex ist ein ebenso komischer wie hellsichtiger Roman über die Pathologien des modernen Lebens, in dem finanzielle Not nicht bloß als äußere Bedrängnis, sondern als seelische Struktur erscheint. In der Form eines ironisch gebrochenen Sanatoriums- und Bekenntnisberichts verbindet Reventlow Gesellschaftssatire, psychologische Beobachtung und parodistische Anspielungen auf zeitgenössische Diskurse der Psychoanalyse. Ihr Stil ist leicht, funkelnd und präzise; hinter der scheinbaren Plauderei steht eine scharfe Diagnose bürgerlicher Moral, ökonomischer Abhängigkeit und weiblicher Selbstbehauptung. Franziska Gräfin zu Reventlow, 1871 geboren und als "Schwabinger Gräfin" eine zentrale Figur der Münchner Bohème, kannte die im Roman verhandelten Spannungen aus eigener Erfahrung. Ihr Leben zwischen aristokratischer Herkunft, literarischer Arbeit, Übersetzungen, unkonventionellen Liebesverhältnissen und chronischer Geldnot lieferte den Erfahrungsraum, aus dem Der Geldkomplex seine Authentizität und seinen Witz bezieht. Reventlow schreibt nicht von außen über Exzentrik, sondern aus einer Existenz, die gesellschaftliche Normen produktiv unterlief. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die literarische Eleganz mit intellektueller Schärfe schätzen. Der Geldkomplex ist ein Schlüsseltext der frühen Moderne: amüsant, respektlos und zugleich erstaunlich aktuell in seiner Frage, wie Geld Denken, Begehren und Identität formt.
Weitere Details
Erschienen: 16.12.2022
Umfang: 64 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.4 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027352814
Umbreit-Nr.: 7967386
