Blinde Liebe
Psychologische Novelle aus Ostpreußen über Leidenschaft, Standesbewusstsein und moralische Verstrickung
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Zusatztext
Blinde Liebe entfaltet eine moralisch-psychologische Erzählung über die Macht der Leidenschaft, die Urteilskraft, Standesbewusstsein und sittliche Verantwortung verdunkeln kann. Wichert arbeitet im Horizont des bürgerlichen Realismus: Er bevorzugt klare Komposition, genau beobachtete gesellschaftliche Milieus und eine Sprache, die weniger durch ornamentale Effekte als durch nüchterne Präzision wirkt. Der Titel benennt dabei nicht bloß ein Gefühl, sondern ein Erkenntnisproblem: Liebe erscheint als Kraft, die Menschen zugleich erhebt und fehlleitet. Ernst Wichert, 1831 in Insterburg geboren und später als Jurist, Richter und Schriftsteller tätig, kannte die Spannungen zwischen persönlichem Begehren, öffentlicher Ordnung und moralischem Gesetz aus beruflicher wie literarischer Erfahrung. Seine ostpreußische Herkunft, seine Tätigkeit im preußischen Justizwesen und seine Nähe zu den Konflikten des gebildeten Bürgertums prägten ein Werk, das menschliches Handeln stets unter sozialen und ethischen Bedingungen betrachtet. Empfohlen sei Blinde Liebe Leserinnen und Lesern, die realistische Literatur nicht als bloße Sittenmalerei, sondern als Analyse innerer Verblendung schätzen. Das Buch überzeugt durch psychologische Aufmerksamkeit, gesellschaftliche Genauigkeit und die stille Strenge eines Autors, der Gefühle ernst nimmt, ohne ihre Gefahren zu verschweigen.
Weitere Details
Erschienen: 16.12.2022
Umfang: 72 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.4 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027353477
Umbreit-Nr.: 7967888
