Der arme Dschem (Historischer Roman)
Ein osmanischer Exilprinz zwischen Thronstreit, Papsthof und Renaissance-Europa
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Zusatztext
Der arme Dschem gestaltet das Schicksal des osmanischen Prinzen Cem Sultan, der nach dem Tod Mehmeds II. im Machtkampf gegen seinen Bruder Bayezid II. unterliegt und zum Spielball europäischer Höfe, geistlicher Politik und ritterlicher Interessen wird. Leopold Schefer verbindet historische Überlieferung mit moralisch-philosophischer Reflexion: Sein Stil ist erzählerisch klar, zugleich empfindsam und essayistisch durchdrungen. Im Kontext des historischen Romans des 19. Jahrhunderts steht das Werk zwischen romantischer Fremde, aufklärerischer Humanität und kritischer Betrachtung politischer Gewalt. Schefer, 1784 in Muskau geboren und 1862 ebendort gestorben, war Dichter, Komponist und ein kosmopolitisch gebildeter Autor. Seine Nähe zu Fürst Pückler-Muskau, seine Reisen und seine ausgeprägte Kenntnis außereuropäischer Kulturen schärften sein Interesse an historischen Grenzfiguren. Dschem bot ihm eine ideale Gestalt: ein entrechteter Prinz, dessen persönliches Leid die Machtmechanismen von Orient und Okzident sichtbar macht. Empfohlen sei dieser Roman Lesern, die historische Literatur nicht nur als Kostüm und Handlung, sondern als Untersuchung menschlicher Würde verstehen. Der arme Dschem bietet Spannung, politische Einsicht und psychologische Anteilnahme zugleich. Wer Schefers humanistischen Blick entdecken möchte, findet hier ein eindrucksvolles, heute zu Unrecht wenig bekanntes Werk.
Weitere Details
Erschienen: 16.12.2022
Umfang: 48 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.3 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027354092
Umbreit-Nr.: 7968405
