Vineta
Gründerzeitroman um Liebe, Pflicht, Familiengeheimnisse und den Mythos der versunkenen Stadt an der Ostseeküste
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Zusatztext
Elisabeth Bürstenbinders "Vineta" verbindet den Reiz der nordischen Sage von der versunkenen Stadt mit den Konfliktformen des bürgerlichen Gesellschaftsromans. Der Titel fungiert dabei nicht bloß als romantisches Ornament, sondern als Chiffre für Glanz, Verfehlung und Untergang: Persönliche Leidenschaften, soziale Erwartungen und moralische Entscheidungen werden vor einem symbolisch aufgeladenen Horizont verhandelt. Stilistisch zeigt sich Bürstenbinder als Vertreterin einer publikumsnahen Erzählkunst des späten 19. Jahrhunderts, die psychologische Spannung, klare Dramaturgie und zeittypische Reflexionen über Pflicht, Liebe und Stand verbindet. Die Autorin Elisabeth Bürstenbinder, weithin bekannt unter dem Pseudonym E. Werner, gehörte zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Erzählerinnen ihrer Zeit. Ihre Romane erschienen häufig in populären Familienzeitschriften und erreichten ein breites bürgerliches Lesepublikum. Gerade ihre Erfahrung mit den Erwartungen dieses Publikums dürfte "Vineta" geprägt haben: Bürstenbinder gestaltet gesellschaftliche Konflikte anschaulich, ohne auf moralische Differenzierung zu verzichten, und gibt insbesondere weiblichen Figuren eine bemerkenswerte narrative Präsenz. Empfohlen sei "Vineta" Leserinnen und Lesern, die historische Unterhaltungsliteratur nicht als bloße Zerstreuung, sondern als kulturelles Dokument verstehen möchten. Der Roman bietet Spannung, Gefühl und Zeitkolorit, zugleich aber Einblick in Wertordnungen, Geschlechterbilder und literarische Konventionen des Kaiserreichs.
Weitere Details
Erschienen: 16.12.2022
Umfang: 180 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027354580
Umbreit-Nr.: 7967248
