Der Buschhahn (Ein Roman aus Deutsch-Samoa)
Koloniale Lebenswelten, Plantagen und Kulturbegegnungen im Südpazifik
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Zusatztext
Der Buschhahn entfaltet als Roman aus Deutsch-Samoa ein dichtes Bild kolonialer Lebenswelten im pazifischen Raum: Plantagen, Missionsspuren, Handelsinteressen und die fremde, zugleich ästhetisierte Natur bilden den Resonanzraum menschlicher Konflikte. Seidels Prosa verbindet realistische Beobachtung mit exotistischer Sinnlichkeit und steht damit im Kontext der deutschen Kolonialliteratur der Zwischenkriegszeit. Zugleich verrät der Text, bei aller zeittypischen Perspektivbindung, ein erzählerisches Interesse an Atmosphäre, Machtverhältnissen und kultureller Reibung. Willy Seidel, Bruder der Schriftstellerin Ina Seidel, gehörte zu jenen Autoren, deren Werk von Reisen, Weltneugier und der literarischen Verarbeitung außereuropäischer Schauplätze geprägt wurde. Seine Beschäftigung mit Samoa speist sich aus einem Zeitalter, in dem das verlorene Kolonialreich in Erinnerung, Projektion und Kritik weiterlebte. Der Roman lässt erkennen, wie persönliche Faszination und historische Erfahrung ineinandergreifen. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die koloniale Erzählformen nicht nur genießen, sondern historisch einordnen möchten. Der Buschhahn ist weniger bloße Abenteuerlektüre als ein Dokument deutscher Südsee-Imagination: literarisch reizvoll, kulturgeschichtlich aufschlussreich und heute besonders wertvoll, wenn man es mit wachem, kritischem Blick liest.
Weitere Details
Erschienen: 16.12.2022
Umfang: 184 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027354634
Umbreit-Nr.: 7969362
