Der neue Daniel - Ausschnitt aus dem Dasein eines Deutschen
Existenzsuche und Identitätskrise in der deutschen Zwischenkriegsmoderne
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Zusatztext
Der neue Daniel - Ausschnitt aus dem Dasein eines Deutschen entfaltet kein geschlossenes Heldenleben, sondern eine exemplarische Lebenspartie: Daniel erscheint als Suchfigur einer Epoche, in der bürgerliche Gewissheiten, nationale Selbstbilder und private Sinnordnungen brüchig geworden sind. Seidels Prosa verbindet psychologische Beobachtung mit essayistischer Verdichtung; der Untertitel weist programmatisch auf Fragment, Zeitdiagnose und stellvertretende Biographie. Im literarischen Kontext der deutschsprachigen Zwischenkriegsmoderne steht das Buch nahe bei jenen Werken, die das Individuum als Schauplatz historischer Erschütterung begreifen. Willy Seidel, 1887 geboren und 1934 gestorben, gehörte zu den eigenwilligen Erzählern der Weimarer Zeit. Als Bruder der Schriftstellerin Ina Seidel, als Reisender und Autor von Erzählungen mit oft fremden, kolonialen oder metaphysischen Schauplätzen war er mit Fragen kultureller Identität besonders vertraut. Seine Erfahrung einer Welt im Übergang, zwischen Kaiserreich, Kriegserbe und republikanischer Unsicherheit, dürfte die Gestalt dieses "neuen" Daniel wesentlich geprägt haben. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die keine bloße Handlungschronik erwarten, sondern eine literarisch reflektierte Untersuchung deutscher Existenz. Seidels Text belohnt genaue Lektüre: Er zeigt, wie persönliche Biographie, Zeitgeschichte und geistige Selbstprüfung ineinandergreifen.
Weitere Details
Erschienen: 16.12.2022
Umfang: 128 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.7 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027354641
Umbreit-Nr.: 7967721
