Der Tod des Achilleus und andere Erzählungen
Mythologische Erzählprosa zwischen Trojanischem Krieg, Schicksalsdrama und moderner Innerlichkeit
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Zusatztext
Der Tod des Achilleus und andere Erzählungen versammelt Prosa, in der antike Überlieferung, existentielle Grenzsituationen und psychologische Beobachtung ineinandergreifen. Im Titelstück wird Achilleus' Sterben nicht als bloßer heroischer Höhepunkt, sondern als Moment der Entmythologisierung lesbar: Ruhm, Körper und Schicksal verlieren ihre Eindeutigkeit. Seidels Stil verbindet klassisch gebaute Szenen mit moderner Innerlichkeit; seine Erzählkunst steht damit zwischen neuhumanistischer Antikenrezeption, symbolistischer Verdichtung und der ernüchterten Prosa des frühen 20. Jahrhunderts. Willy Seidel (1887-1934) entstammte einer ausgeprägt literarischen Familie; sein Vater Heinrich Seidel und seine Schwester Ina Seidel prägten ein Umfeld, in dem Dichtung als geistige Praxis selbstverständlich war. Zugleich öffneten Reisen und kulturgeschichtliche Interessen seinen Blick für Fremdheit, Überlieferung und die Zerbrechlichkeit europäischer Gewissheiten. Aus dieser Spannung erklärt sich sein Zugriff auf mythologische Stoffe: Er sucht nicht museale Rekonstruktion, sondern die fortwirkende menschliche Problematik alter Erzählungen. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die klassische Mythen nicht als dekoratives Bildungsgut, sondern als Denkformen über Tod, Größe und Selbsttäuschung verstehen möchten. Wer präzise komponierte, atmosphärisch dichte Erzählprosa schätzt, findet hier eine anspruchsvolle, zugleich zugängliche Wiederbegegnung mit Achilleus und den Fragen, die sein Ende hinterlässt.
Weitere Details
Erschienen: 16.12.2022
Umfang: 48 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.3 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027354672
Umbreit-Nr.: 7968092
