Das Bombardement von Åbo
Eine Kriegsnovelle über Turku 1854, Zivilbevölkerung und moralische Bewährung im Schatten des Krimkriegs
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Zusatztext
Das Bombardement von Åbo gestaltet ein historisches Ereignis nicht als bloße Chronik, sondern als konzentriertes Bild menschlicher Erschütterung: Eine Stadt gerät unter Beschuss, Ordnung, Besitz und Gewissheiten zerfallen, während Angst, Mut und moralische Orientierung sichtbar werden. Spittelers Sprache verbindet erzählerische Anschaulichkeit mit pathetisch-rhythmischer Verdichtung; der Text steht im Kontext des späten 19. Jahrhunderts, in dem historische Stoffe oft zur Prüfung politischer und ethischer Kategorien wurden. Carl Spitteler, der Schweizer Dichter und spätere Nobelpreisträger, war geprägt von humanistischer Bildung, theologischer und philosophischer Schulung sowie einer ausgeprägten Distanz zu nationaler Selbstvergewisserung. Seine großen Werke zeigen ein Interesse an Mythos, Geschichte und Gewissen; auch hier dürfte ihn weniger die militärische Episode als das Verhalten des Menschen unter Druck beschäftigt haben. Aus der Perspektive eines Autors, der Pathos und Skepsis zugleich beherrschte, wird Krieg zum Prüfstein innerer Freiheit. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die historische Literatur nicht als dekorative Vergangenheit, sondern als Erkenntnisform schätzen. Spitteler verlangt Aufmerksamkeit für Ton, Perspektive und moralische Nuance, belohnt sie aber mit einer eindringlichen Reflexion über Gewalt und Zivilisation. Das Werk eignet sich besonders für Freunde klassischer deutschsprachiger Prosa, für Studierende der Literaturgeschichte und für alle, die sehen möchten, wie ein scheinbar lokales Ereignis universelle Bedeutung gewinnt.
Weitere Details
Erschienen: 16.12.2022
Umfang: 36 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.2 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027355433
Umbreit-Nr.: 7969092
