Gérards Heirat
Liebe, Standesfragen und Familienpflicht in der französischen Provinz des 19. Jahrhunderts
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Zusatztext
In "Gérards Heirat" entfaltet André Theuriet eine fein beobachtete Erzählung über Liebe, Standesgefühl und sittliche Bewährung im bürgerlich-ländlichen Milieu des späten 19. Jahrhunderts. Die Handlung kreist um Gérards Weg zur Ehe, doch weniger als bloße Liebesgeschichte denn als Studie sozialer Erwartungen, familiärer Rücksichten und innerer Reifung. Theuriets Stil verbindet klare französische Erzählkunst mit lyrischer Naturwahrnehmung; Landschaft, Jahreszeiten und häusliche Räume werden zu Spiegeln seelischer Konflikte. Damit steht das Werk im Kontext jener realistischen Prosa, die das Alltägliche ernst nimmt, ohne auf moralische Nuance zu verzichten. André Theuriet, 1833 in Marly-le-Roi geboren und später Mitglied der Académie française, war zugleich Dichter, Romancier und aufmerksamer Chronist der Provinz. Seine Erfahrungen in Verwaltung, Literaturbetrieb und ländlichen Regionen Frankreichs schärften seinen Blick für gesellschaftliche Bindungen, lokale Sitten und die stille Dramatik gewöhnlicher Existenzen. Aus dieser Verbindung von humanistischer Bildung und Naturgefühl erklärt sich die behutsame Gestaltung von "Gérards Heirat". Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die psychologisch genaue, elegant erzählte Prosa schätzen. Es bietet keine grelle Sensation, sondern ein kultiviertes Verständnis menschlicher Entscheidungen und bleibt gerade dadurch nachhaltig anregend.
Weitere Details
Erschienen: 16.12.2022
Umfang: 92 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.5 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027355952
Umbreit-Nr.: 7967892
