Der Apotheker (Historischer Roman)
Bürgerliches Milieu, Familiengeheimnis und moralischer Konflikt im historischen Deutschland
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Zusatztext
Hermann Heibergs "Der Apotheker" entfaltet als historischer Roman ein bürgerliches Lebensbild, in dem die Apotheke nicht bloß Schauplatz, sondern Erkenntnisraum ist: Hier kreuzen sich medizinisches Wissen, soziale Abhängigkeiten, lokale Machtverhältnisse und private Leidenschaften. Der Roman verbindet erzählerische Anschaulichkeit mit kulturgeschichtlichem Interesse und steht damit in der Tradition des deutschen Realismus, der individuelle Schicksale als Ausdruck größerer gesellschaftlicher Ordnungen lesbar macht. Heibergs Stil ist beobachtend, psychologisch aufmerksam und auf die moralischen Spannungen des Alltags gerichtet. Hermann Heiberg (1840-1910) gehörte zu jenen Autoren des späten 19. Jahrhunderts, die zwischen realistischem Erzählen und den neueren sozialanalytischen Impulsen ihrer Zeit vermittelten. Seine Herkunft aus dem norddeutsch-bürgerlichen Milieu, seine Erfahrung journalistischer und literarischer Öffentlichkeit sowie sein Interesse an gesellschaftlichen Übergangszuständen konnten ihn dazu befähigen, eine historische Stoffwelt nicht antiquarisch, sondern als Spiegel bleibender Konflikte zu gestalten. Zu empfehlen ist "Der Apotheker" Lesern, die historische Romane mit geistiger Substanz schätzen: nicht als bloße Kostümgeschichte, sondern als präzise Studie über Beruf, Stand, Gewissen und menschliche Verstrickung. Das Buch bietet eine lohnende Begegnung mit einem heute weniger gelesenen, doch literarisch aufschlussreichen Erzähler.
Weitere Details
Erschienen: 16.12.2022
Umfang: 172 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027356171
Umbreit-Nr.: 7970531
