Herrmann und Ulrike
Liebesintrige, Gesellschaftssatire und moralische Selbsttäuschung in der deutschen Aufklärung
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Zusatztext
Herrmann und Ulrike entfaltet eine Liebes- und Gesellschaftsgeschichte, in der private Neigung, moralische Erwartungen und soziale Konventionen einander fortwährend prüfen. Wezel verbindet empfindsame Erzählmuster des späten 18. Jahrhunderts mit nüchterner psychologischer Beobachtung und satirischer Distanz. Der Roman steht damit im Kontext der deutschen Aufklärung, zugleich aber quer zu deren optimistischen Menschenbildern: Gefühle erscheinen nicht als reine Wahrheit, sondern als Kräfte, die durch Eitelkeit, Erziehung und Milieu geformt werden. Johann Karl Wezel, 1747 in Sondershausen geboren, gehörte zu den scharfsinnigsten, lange unterschätzten Prosaautoren der Aufklärung. Seine Erfahrungen als Gelehrter, Publizist und literarischer Außenseiter prägten einen Blick, der anthropologische Skepsis mit erzählerischer Beweglichkeit verbindet. Wie in seinen bekannteren Werken interessiert ihn weniger das ideale Individuum als der widersprüchliche Mensch, dessen Vernunft, Begierden und gesellschaftliche Rollen in Spannung geraten. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die den empfindsamen Roman nicht nur als Gefühlsliteratur, sondern als Experimentierfeld moderner Menschenkenntnis verstehen möchten. Herrmann und Ulrike bietet keine bloße Liebesgeschichte, sondern eine präzise Studie über Selbsttäuschung, Moral und bürgerliche Lebensentwürfe. Gerade seine analytische Kühle macht den Roman bis heute anregend.
Weitere Details
Erschienen: 16.12.2022
Umfang: 468 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 2.5 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027357024
Umbreit-Nr.: 7969258
