Die Hexe von Glaustädt
Historische Novelle über Aberglauben, Justizwillkür und soziale Ausgrenzung in einer deutschen Kleinstadt
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Zusatztext
Die Hexe von Glaustädt entfaltet als historische Erzählung ein dichtes Bild kleinstädtischer Angst, religiöser Vorurteile und juristischer Willkür. In der Gestalt der vermeintlichen Hexe bündelt Eckstein die Konflikte zwischen Aberglauben, sozialer Ausgrenzung und erwachender Vernunft. Sein Stil verbindet pointierte Charakterzeichnung, dramatische Zuspitzung und ein feines Gespür für Milieu; im Kontext des späten historischen Realismus liest sich das Buch als kritische Rekonstruktion einer Epoche, in der Wahrheit weniger zählte als Gerücht und Macht. Ernst Eckstein (1845-1900), Philologe, Journalist und vielseitiger Erzähler, war mit der Antike ebenso vertraut wie mit der deutschen Kulturgeschichte. Seine gelehrte Bildung, seine Erfahrung in literarischen Zeitschriften und sein Interesse an historischen Stoffen erklären die sichere Hand, mit der er Archivwissen, psychologische Beobachtung und erzählerische Spannung verbindet. Gerade die Sensibilität für komische wie grausame Mechanismen gesellschaftlicher Urteilsbildung dürfte ihn zu diesem Stoff geführt haben. Empfohlen sei Die Hexe von Glaustädt Lesern, die historische Prosa nicht als bloße Kostümierung, sondern als Erkenntnisform schätzen. Das Buch bietet Spannung, Atmosphäre und moralische Schärfe; es zeigt, wie leicht Gemeinschaften Schuld erzeugen, um eigene Ängste zu bannen, und bleibt dadurch über seinen historischen Rahmen hinaus bemerkenswert aktuell.
Weitere Details
Erschienen: 17.12.2022
Umfang: 152 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.9 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027360628
Umbreit-Nr.: 7970426
