Der Garten der Qualen
Fin-de-Siècle-Dekadenz, politische Satire und koloniale Gewalt zwischen Erotik, Schönheit und Folter
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Zusatztext
Octave Mirbeaus 1899 erschienener Roman "Der Garten der Qualen" verbindet fin-de-siècle-Dekadenz, politische Satire und schockierende Ästhetik der Grausamkeit. In einer Rahmenstruktur führt der Weg von europäischen Machtzirkeln und kolonialen Fantasien zu einem chinesischen Gefängnisgarten, in dem Schönheit, Erotik und Folter unauflöslich ineinander greifen. Mirbeaus Stil ist zugleich ornamental und anklagend: lyrische Beschreibungen exotischer Pflanzen kippen in präzise beobachtete Szenen staatlich organisierter Gewalt. Mirbeau (1848-1917), Journalist, Kunstkritiker, Romancier und streitbarer Intellektueller, schrieb aus einer Erfahrung radikaler Desillusionierung heraus. Seine Nähe zu anarchistischen Ideen, sein Engagement in der Dreyfus-Affäre und seine Kritik an Bourgeoisie, Militarismus, Klerikalismus und Kolonialismus prägen dieses Buch sichtbar. Der Roman ist weniger Reisephantasie als moralische Vivisektion Europas: Das vermeintlich Fremde dient dazu, die Grausamkeit moderner Zivilisation bloßzustellen. Empfohlen sei "Der Garten der Qualen" Lesern, die Literatur als intellektuelle Zumutung und ästhetische Herausforderung begreifen. Das Werk irritiert, provoziert und fasziniert, weil es keine bequeme Trennung zwischen Genuss, Macht und Gewalt erlaubt. Gerade darin liegt seine unverminderte Modernität.
Weitere Details
Erschienen: 17.12.2022
Umfang: 124 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.7 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027362110
Umbreit-Nr.: 7967587
