Jüdische Geschichten
Erzählungen aus dem osteuropäischen Schtetl zwischen chassidischer Legende, Armut, Frömmigkeit und Moderne
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Zusatztext
Isaac Loeb Peretz' "Jüdische Geschichten" versammelt Erzählungen, in denen die Welt des osteuropäischen Judentums mit ungewöhnlicher geistiger Schärfe und poetischer Einfühlung sichtbar wird. Zwischen Legende, sozialer Skizze, chassidischer Überlieferung und moderner psychologischer Prosa entfaltet Peretz Szenen von Armut, Frömmigkeit, Zweifel, Gemeinschaft und moralischer Prüfung. Sein Stil verbindet volkstümliche Anschaulichkeit mit symbolischer Verdichtung; im literarischen Kontext markiert das Buch einen entscheidenden Übergang von der traditionellen Erzählkultur zur modernen jiddischen Literatur. Peretz, 1852 in Zamosc geboren und 1915 in Warschau gestorben, gilt neben Mendele Moicher Sforim und Scholem Alejchem als einer der Begründer der modernen jiddischen Literatur. Seine Bildung umfasste rabbinische Gelehrsamkeit ebenso wie europäische Aufklärung, juristische Praxis und die Erfahrung jüdischer Lebenswelten im zaristischen Polen. Diese Spannung zwischen Tradition und Moderne, sozialer Wirklichkeit und messianischer Sehnsucht prägt die erzählerische Energie seiner Geschichten. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die jüdische Kulturgeschichte nicht als abstraktes Thema, sondern als lebendige literarische Erfahrung begreifen möchten. Peretz' Erzählungen sind zugleich historische Zeugnisse und zeitlose Kunstwerke: knapp, eindringlich, moralisch komplex und von einer Humanität getragen, die bis heute unmittelbar anspricht.
Weitere Details
Erschienen: 19.02.2023
Umfang: 60 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.4 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027371662
Umbreit-Nr.: 8838370
