Das rote Meer
Berlin 1918: Gesellschaftskritik zwischen Novemberrevolution, Arbeiterbewegung und urbaner Not
€10.50
(inklusive MwSt.)
Verfügbarkeit: Titel wird für Sie produziert. Vorgemerkt
Zusatztext
Clara Viebigs "Das rote Meer" entfaltet ein eindringliches Panorama gesellschaftlicher Erschütterung: Vor dem Hintergrund von Kriegserfahrung, politischer Radikalisierung und urbaner Not erscheint die Menge als titelgebendes rotes Meer, in dem individuelle Schicksale unterzugehen drohen. Viebig verbindet naturalistische Milieugenauigkeit mit epischer Breite und psychologischer Beobachtung; ihre Prosa steht im Kontext des sozialkritischen Romans um 1900 und der frühen Weimarer Krisenliteratur. Clara Viebig, 1860 in Trier geboren und lange in Berlin lebend, gehörte zu den bedeutenden deutschsprachigen Erzählerinnen des Naturalismus. Ihre rheinische Herkunft, ihre Kenntnis der Eifel, aber auch ihre Nähe zu den sozialen Spannungen der Großstadt prägten ihr Werk. Wie in vielen ihrer Romane interessiert sie weniger die abstrakte Idee als der Mensch unter dem Druck von Herkunft, Armut, Geschlecht, Klasse und historischer Gewalt. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die Literatur als seismographische Kunst verstehen. "Das rote Meer" bietet keine bloße Zeitkulisse, sondern eine ernsthafte Untersuchung kollektiver Leidenschaft und moralischer Bewährung. Wer Fontane, Zola oder die deutsche Sozialprosa schätzt, findet hier eine kraftvolle, kluge und bemerkenswert aktuelle Lektüre.
Autorenportrait
Clara Viebig (1860 - 1952) war eine deutsche Erzählerin, Dramatikerin und Feuilletonistin, die insbesondere der literarischen Strömung des Naturalismus zugerechnet wird. Clara Viebigs Werke zählten um die Jahrhundertwende in den bürgerlichen Haushalten zur Standardbibliothek. Ein Teil ihres Werks, insbesondere autobiographische Schriften sowie Romane, die in der Eifel, an der Mosel und am Rhein spielen, wird heute vom Rhein-Mosel-Verlag neu aufgelegt. Ihr Debüt in der Literatur gab sie im Alter von 34 Jahren in der Berliner Volkszeitung. In einer Reihe von Romanen schildert die Autorin vor allem das Leben und die Sitten auf dem Land und in der Provinz, den schwierigen Überlebenskampf in einer städtischen, bürgerlichen Kultur und vor allem die Not der Bäuerinnen.
Weitere Details
Erschienen: 19.02.2023
Umfang: 112 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.6 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027374786
Umbreit-Nr.: 8716531
