Über die Liebe
Zusatztext
Stendhals "Über die Liebe" ist kein Roman, sondern ein zugleich analytischer und leidenschaftlicher Traktat über Entstehung, Täuschungen und gesellschaftliche Formen der Liebe. Berühmt ist die Theorie der "Kristallisation", jenes seelischen Vorgangs, durch den der Liebende dem geliebten Wesen imaginäre Vollkommenheiten zuschreibt. In aphoristischer, essayistischer und anekdotischer Form verbindet das Werk psychologische Beobachtung, moralistische Tradition und frühmoderne Subjektanalyse; sein Kontext ist die nachnapoleonische Restaurationszeit, doch sein Blick reicht von Frankreich nach Italien und in die Geschichte der Leidenschaften. Stendhal, eigentlich Marie-Henri Beyle, war geprägt von den Umbrüchen der Revolution, den Feldzügen Napoleons und langen Aufenthalten in Italien. Seine Erfahrungen als Beamter, Reisender, Musik- und Kunstliebhaber schärften den Sinn für soziale Masken und innere Wahrheit. Auch unerfüllte Liebeserfahrungen, besonders seine Leidenschaft für Métilde Dembowski, gaben dem Buch jene eigentümliche Mischung aus autobiographischer Verletzlichkeit und kühler Systematik. Empfohlen sei dieses Werk allen Lesern, die Liebe nicht nur empfinden, sondern verstehen möchten. Es bietet keine sentimentale Anleitung, sondern eine scharfsinnige Phänomenologie des Begehrens, deren Einsichten bis heute überraschend modern wirken.
Weitere Details
Erschienen: 01.12.2023
Umfang: 340 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.8 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028344054
Umbreit-Nr.: 2780568
