Sagen
Deutsche Volksüberlieferung, Geistererscheinungen und Aberglaube zwischen Harz, Burgen und Erinnerung um 1800
Nachtigal, Johann Karl Christoph
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Zusatztext
Johann Karl Christoph Nachtigals "Sagen" gehört in den Zusammenhang jener um 1800 erstarkenden gelehrten Aufmerksamkeit für mündliche Überlieferung, Altertumskunde und nationale Erinnerung. Die Texte bewahren Erzählstoffe von wunderbaren Begebenheiten, gespenstischen Erscheinungen, historischen Nachklängen und lokalen Überzeugungen, ohne sie bloß als Kuriositäten vorzuführen. Ihr Stil verbindet aufklärerische Nüchternheit mit romantiknaher Empfänglichkeit für das Geheimnisvolle; gerade darin liegt ihr literarischer Reiz. Die Sammlung steht an der Schwelle zwischen antiquarischer Dokumentation und poetischer Aneignung des Volksglaubens. Nachtigal, auch unter dem Namen Otmar bekannt, war Theologe, Pädagoge und Sprachgelehrter, dessen geistige Prägung aus Aufklärung, Philologie und protestantischer Bildung erwuchs. Sein Interesse an Sagen erklärt sich aus dem Bestreben, geschichtliches Bewusstsein nicht allein aus Urkunden, sondern auch aus den Erzählungen des Volkes zu gewinnen. Damit antizipiert er Anliegen, die später bei den Brüdern Grimm kanonische Gestalt annahmen. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die den Ursprung der deutschen Sagenforschung verstehen möchten. Es bietet keine bloße Unterhaltung, sondern ein Dokument kultureller Selbstbefragung: eine Sammlung, in der Volksglaube, Erinnerung und literarische Form zu einem bedeutsamen Zeugnis der Zeit um 1800 zusammentreten.
Weitere Details
Erschienen: 01.12.2023
Umfang: 88 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.5 x 22.9 x 15.2 cm
Lesealter: Lesealter: 3-99 J.
ISBN/EAN: 9788028344924
Umbreit-Nr.: 2780320
