Das Testament Peters des Großen
Geheime Akten, Machtintrigen und Europas Angst vor imperialer Expansion im 19. Jahrhundert
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Zusatztext
Das Testament Peters des Großen verknüpft historische Imagination, politische Publizistik und Spannungsroman zu einer Erzählung über Macht, Geheimdiplomatie und die europäische Angst vor russischer Expansion. Ausgehend vom legendären, im 19. Jahrhundert viel diskutierten "Testament" Peters I. gestaltet Retcliffe Geschichte als ideologisches Panorama: Akten, Intrigen, Reisen und dramatische Enthüllungen erzeugen den Eindruck dokumentarischer Nähe, während der pathetische, feuilletonistische Stil die politischen Konflikte in melodramatische Szenen übersetzt. John Retcliffe war das Pseudonym Hermann Goedsches (1815-1878), eines preußischen Journalisten, Beamten und populären Romanciers, dessen Werk aus Zeitungskultur, Geheimdienstmilieus und zeitgenössischen Verschwörungsphantasien schöpfte. Seine Erfahrungen mit staatlicher Bürokratie, Presse und europäischer Politik erklären die Vorliebe für diplomatische Kulissen und vermeintlich geheime Dokumente. Zugleich steht Retcliffe exemplarisch für jene national-liberale Unterhaltungsliteratur, in der historische Stoffe zur Deutung aktueller Machtfragen genutzt wurden. Wer diesen Roman liest, begegnet weniger einer nüchternen Geschichtsdarstellung als einem Schlüsseltext politischer Imagination des 19. Jahrhunderts. Empfehlenswert ist das Buch für Leserinnen und Leser, die historische Abenteuerliteratur, Mediengeschichte und die Entstehung geopolitischer Mythen verstehen möchten; es fordert kritische Distanz, belohnt sie aber mit aufschlussreicher erzählerischer Energie.
Weitere Details
Erschienen: 01.12.2023
Umfang: 192 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.1 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028345457
Umbreit-Nr.: 2780636
