Die Abendunterhaltung in Vincennes
Macht, Gewissen und dichterische Verantwortung in der französischen Romantik
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Zusatztext
Die Abendunterhaltung in Vincennes entfaltet in konzentrierter Form jene Verbindung von historischer Reflexion, moralischer Analyse und elegischer Prosa, die Alfred de Vignys Werk prägt. Vor dem Hintergrund des Gefängnisses von Vincennes wird die Begegnung mit Macht, Gewissen und dichterischer Verantwortung zum Gegenstand einer zugleich erzählerischen und philosophischen Untersuchung. Vignys Stil ist beherrscht, bildkräftig und von romantischer Melancholie durchdrungen, doch zugleich klassisch diszipliniert; im literarischen Kontext der französischen Romantik erscheint der Text als Meditation über Geschichte und die Einsamkeit des denkenden Menschen. Alfred de Vigny, 1797 geboren, war Soldat, Dichter, Dramatiker und einer der geistig strengsten Vertreter der französischen Romantik. Seine militärische Erfahrung, seine aristokratische Herkunft und seine Skepsis gegenüber politischer Gewalt sensibilisierten ihn für Konflikte zwischen individueller Würde und staatlicher Ordnung. Aus dieser biographischen Spannung erwächst auch die innere Dringlichkeit des vorliegenden Textes: Vigny fragt nicht bloß nach Ereignissen, sondern nach dem Preis, den Wahrheit und Unabhängigkeit verlangen. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die historische Literatur nicht als bloße Rekonstruktion, sondern als moralisches Denken in erzählerischer Gestalt schätzen. Wer an französischer Romantik, politischer Ethik und der tragischen Stellung des Schriftstellers interessiert ist, findet hier ein schmales, doch gedanklich reiches Werk von bleibender Resonanz.
Weitere Details
Erschienen: 02.12.2023
Umfang: 40 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.3 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028347550
Umbreit-Nr.: 2777601
