Das Schiff ohne Steuer
Ein Gesellschaftsroman über Orientierungslosigkeit, Pflicht und Verantwortung im bürgerlichen Milieu um 1900
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Zusatztext
Rudolf Stratz' Das Schiff ohne Steuer entfaltet, bereits im Titel programmatisch, das Bild einer Existenz und einer Gesellschaft, die ihre Richtung verloren haben. Der Roman verbindet handlungsreiche Erzählkunst mit psychologischer Beobachtung und moralischer Problemstellung: Figuren geraten in Konflikte zwischen Pflicht, Begehren, sozialer Erwartung und persönlicher Verantwortung. Stilistisch steht das Werk im Umfeld der spätbürgerlichen Unterhaltungsliteratur um 1900, doch seine maritime Leitmetapher verleiht ihm eine deutlich zeitdiagnostische Schärfe. Stratz (1864-1936) gehörte zu den vielgelesenen deutschen Erzählern seiner Zeit. Seine Erfahrung im literarischen Betrieb, sein Blick für Milieus und seine Nähe zu den kulturellen Debatten des Kaiserreichs prägten eine Prosa, die Spannung mit gesellschaftlicher Reflexion verbindet. Gerade die Frage nach Orientierung in einer beschleunigten Moderne dürfte diesen Roman motiviert haben. Empfohlen sei Das Schiff ohne Steuer Leserinnen und Lesern, die historische Romane nicht nur als Zeitkolorit, sondern als Untersuchung menschlicher Entscheidungsnot verstehen. Das Buch bietet dramatische Bewegung, atmosphärische Dichte und einen klaren moralischen Horizont, ohne seine Figuren auf einfache Thesen zu reduzieren.
Weitere Details
Erschienen: 02.12.2023
Umfang: 236 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.3 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028348472
Umbreit-Nr.: 2780408
