Die Mutter
Psychologische Prosa über Frauenrolle, Familienpflicht und persönliche Würde in der wilhelminischen Gesellschaft
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Zusatztext
Die Mutter entfaltet, dem konzentrierten Titel entsprechend, eine Untersuchung von Mutterschaft als privater Erfahrung und gesellschaftlicher Rolle. Im Mittelpunkt steht weniger ein bloß sentimentales Familienbild als die Spannung zwischen Fürsorge, Opfer, Autorität und Selbstbehauptung. Der Stil wirkt psychologisch aufmerksam, mit einem Sinn für häusliche Räume, unausgesprochene Konflikte und moralische Zwischentöne. Literarisch lässt sich das Buch in jene Tradition einordnen, die weibliche Lebenswirklichkeit nicht als Nebenschauplatz, sondern als Erkenntnisraum moderner Gesellschaft beschreibt. Gutti Alsen tritt hier als Autorin hervor, deren Blick auf das Familiäre zugleich intim und analytisch ist. Auch wenn biographische Einzelheiten nur begrenzt verfügbar sind, lässt der Text eine Vertrautheit mit den sozialen Erwartungen erkennen, die an Frauen, Ehefrauen und Mütter gestellt wurden. Gerade diese Erfahrung historischer Rollenbindung dürfte den Anstoß gegeben haben, Mutterschaft nicht zu idealisieren, sondern in ihrer emotionalen, ethischen und sozialen Komplexität darzustellen. Empfohlen sei Die Mutter Leserinnen und Lesern, die an psychologisch nuancierter Prosa, an Frauen- und Familiengeschichte sowie an literarischen Darstellungen sozialer Pflicht interessiert sind. Das Buch gewinnt seine Wirkung aus stiller Genauigkeit: Es lädt dazu ein, hinter alltäglichen Gesten die großen Fragen nach Liebe, Verantwortung und persönlicher Würde zu erkennen.
Weitere Details
Erschienen: 05.12.2023
Umfang: 64 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.4 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028352165
Umbreit-Nr.: 2947231
