Hindenburg und die Sage von der deutschen Republik
Politischer Mythos, Militarismus und Demokratiekrise in der Weimarzeit
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Zusatztext
Emil Ludwigs Hindenburg und die Sage von der deutschen Republik ist weniger eine herkömmliche Biographie als ein historisch-politischer Essay über die Macht der Legende. Im Zentrum steht Paul von Hindenburg, dessen militärischer Ruhm, präsidiale Autorität und symbolische Überhöhung die Weimarer Republik zugleich stützten und aushöhlten. Ludwig verbindet dokumentarische Zuspitzung, psychologische Charakterzeichnung und polemische Klarheit; sein Stil ist elegant, pointiert und von der Tradition der großen europäischen Porträtkunst geprägt. Im literarischen Kontext der Zwischenkriegszeit erscheint das Buch als Gegenentwurf zur nationalkonservativen Heldenverehrung. Der Autor Emil Ludwig, 1881 in Breslau geboren, war Jurist, Journalist und einer der international bekanntesten deutschsprachigen Biographen seiner Zeit. Seine Werke über Napoleon, Goethe und Bismarck zeigen sein Interesse an der Wechselwirkung von Persönlichkeit, Mythos und Geschichte. Als liberaler, kosmopolitischer Beobachter des deutschen Machtstaates und späterer Gegner des Nationalsozialismus erkannte Ludwig in Hindenburg nicht nur einen Mann, sondern ein politisches Zeichen: die Sehnsucht nach Autorität, die republikanische Institutionen innerlich entleerte. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die die Zerbrechlichkeit demokratischer Ordnungen verstehen wollen. Es bietet keine neutrale Verehrung, sondern eine scharfsinnige Entmythologisierung, deren Fragen nach Erinnerung, Verantwortung und politischer Verführung bis heute beunruhigend aktuell bleiben.
Weitere Details
Erschienen: 24.06.2025
Umfang: 208 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.1 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028390068
Umbreit-Nr.: 7117131
