Claudine in der Schule
Zusatztext
Claudine in der Schule, 1900 erschienen, eröffnet Colettes berühmten Claudine-Zyklus mit der Stimme einer fünfzehnjährigen Schülerin aus der burgundischen Provinz. In tagebuchnaher, zugleich scharf komponierter Prosa schildert der Roman Unterricht, Rivalitäten, erotische Verwirrungen und die Machtspiele zwischen Schülerinnen und Lehrerinnen. Sein Stil verbindet scheinbare Unmittelbarkeit, satirische Beobachtung und sinnliche Präzision; literarisch steht er zwischen Fin-de-Siècle-Dekadenz, Bildungsroman und früher weiblicher Selbstinszenierung. Colette, 1873 als Sidonie-Gabrielle Colette geboren, kannte die ländliche Welt, die körperliche Wachheit und die sozialen Enge, aus denen Claudines Blick erwächst. Die Veröffentlichung erfolgte zunächst unter dem Namen ihres Ehemanns Willy, der ihre literarische Arbeit vermarktete; gerade deshalb liest sich der Roman heute auch als Zeugnis einer Autorin, die sich innerhalb männlich kontrollierter Kulturproduktion eine unverwechselbare Sprache eroberte. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die einen Klassiker nicht als museales Objekt, sondern als lebendige Provokation entdecken möchten. Claudines Ironie, ihre Neugier und ihre schonungslose Wahrnehmung machen den Roman zu einer subtilen Studie über Jugend, Begehren, Erziehung und Geschlecht. Wer moderne weibliche Erzählkunst verstehen will, findet hier einen funkelnden Anfang.
Weitere Details
Erschienen: 24.06.2025
Umfang: 128 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.7 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028392826
Umbreit-Nr.: 7095189
