Monsieur Lecoq
Ein klassischer Polizeidetektivroman aus dem Paris des Zweiten Kaiserreichs über Indizien, Verhöre und verborgene Identitäten
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Monsieur Lecoq entfaltet anhand eines scheinbar undurchdringlichen Mordfalls in der Pariser Vorstadt eine frühe Poetik des kriminalistischen Denkens. Gaboriau verbindet melodramatische Spannung, gesellschaftliche Milieustudie und minutiöse Indizienanalyse; die Ermittlungen des jungen Lecoq führen von Tatortspuren über Verhöre bis zu verborgenen Identitäten und politischen Nachklängen. Im Kontext des französischen Feuilletonromans markiert das Werk einen entscheidenden Schritt vom Sensationsroman zur modernen Detektivliteratur, lange vor der kanonischen Ausformung durch Conan Doyle. Émile Gaboriau, als Journalist und Chronist des Zweiten Kaiserreichs geschult, kannte die Mechanismen öffentlicher Neugier, urbaner Gerüchte und administrativer Ordnung. Seine Nähe zur Presse erklärt die rasche Dramaturgie und den dokumentarischen Ton; zugleich griff er auf das Erbe Vidocqs und die Figur des rationalen Amateurhelfers Tabaret zurück. Lecoq erscheint dadurch nicht bloß als Held, sondern als Experiment: die Polizei wird zum Ort methodischer Erkenntnis. Empfohlen sei dieses Buch allen Lesern, die Ursprungslinien des Kriminalromans verstehen möchten und zugleich literarische Qualität suchen. Monsieur Lecoq bietet nicht nur ein packendes Rätsel, sondern eine historische Lektion darüber, wie Beobachtung, Sprache und soziale Analyse zur Kunst der Aufklärung werden.
Weitere Details
Erschienen: 24.06.2025
Umfang: 508 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 2.7 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028393649
Umbreit-Nr.: 7095271
