Definition der Liebe
Höfische Minne, Amorlehre und menschliches Begehren in der Frührenaissance
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Zusatztext
Giovanni Boccaccios Definition der Liebe entfaltet eine prägnante, zugleich vielschichtige Erkundung jener Macht, die höfische Kultur, moralische Urteilskraft und menschliches Begehren miteinander verbindet. Das Buch steht im Horizont mittelalterlicher Liebeslehre und frühhumanistischer Anthropologie: Liebe erscheint nicht bloß als Gefühl, sondern als Erkenntnisform, soziale Kraft und Prüfstein der Vernunft. Boccaccios Stil verbindet gelehrte Reflexion mit erzählerischer Anschaulichkeit; seine Sprache sucht weniger abstrakte Systematik als lebendige Bestimmung eines Phänomens, das Körper, Seele und Gesellschaft gleichermaßen betrifft. Boccaccio, 1313 in Certaldo oder Florenz geboren und 1375 gestorben, war einer der großen Wegbereiter der europäischen Renaissance. Seine Erfahrungen am neapolitanischen Hof, seine Vertrautheit mit antiker Literatur, seine Nähe zu Petrarca und seine genaue Beobachtung städtischer Lebensformen prägten sein Schreiben. Immer wieder untersuchte er die Spannung zwischen kirchlicher Norm, höfischer Konvention und individueller Leidenschaft; daraus erwächst auch die intellektuelle Dringlichkeit dieses Textes. Definition der Liebe empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Boccaccio jenseits des Decameron entdecken möchten. Der Text bietet einen konzentrierten Zugang zu seiner Liebesauffassung und zeigt, wie modern mittelalterliche Literatur sein kann, wenn sie das Begehren als Schlüssel zum Menschen begreift.
Weitere Details
Erschienen: 24.06.2025
Umfang: 64 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.4 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028394394
Umbreit-Nr.: 7095590
