Die Schlucht
Russischer Realismus um Provinzadel, Nihilismus und Frauenemanzipation im 19. Jahrhundert
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Zusatztext
Die Schlucht entfaltet in der Gestalt des Künstlers Rajski, der zwischen ästhetischer Schwärmerei, gesellschaftlicher Beobachtung und moralischer Unentschiedenheit schwankt, ein breit angelegtes Panorama der russischen Provinz. Im Zentrum stehen Vera, ihre Großmutter Bereschkowa und die spannungsreiche Begegnung mit dem nihilistisch geprägten Mark Wolchoff. Gontscharows Stil verbindet psychologische Genauigkeit, satirische Milieuschilderung und ruhige epische Komposition; literarisch steht der Roman zwischen dem klassischen Realismus und den ideologischen Debatten der 1860er Jahre. Iwan Gontscharow, 1812 in Simbirsk geboren und als Beamter wie als Weltreisender mit sehr unterschiedlichen sozialen Wirklichkeiten vertraut, schrieb nach Oblomow erneut über Trägheit, Willenskraft und geistige Verführung. Seine konservativ-humanistische Sensibilität, seine Skepsis gegenüber modischen Radikalismen und seine genaue Kenntnis des russischen Adelsmilieus prägen diesen späten Roman, an dem er über viele Jahre arbeitete. Empfohlen sei Die Schlucht allen Lesern, die den russischen Realismus nicht nur als Handlungskunst, sondern als Analyse historischer Übergänge verstehen möchten. Der Roman belohnt Geduld mit großer Charaktertiefe, feiner Ironie und einer eindringlichen Darstellung der Frage, wie Freiheit, Verantwortung und Tradition miteinander ringen.
Weitere Details
Erschienen: 24.06.2025
Umfang: 604 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 3.2 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028394448
Umbreit-Nr.: 7095203
