Das Haus mit den sieben Giebeln
Gotische Familienchronik um Puritanererbe, Erbschuld und die Schatten Neuenglands
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Zusatztext
Das Haus mit den sieben Giebeln (1851) entfaltet eine düster leuchtende Familienchronik, in der das alte Pyncheon-Haus zum moralischen Gedächtnis Neuenglands wird. Zwischen gotischer Schauerromantik, psychologischem Realismus und Hawthornes eigener Form der Romance verfolgt der Roman Hepzibah, Clifford, Phoebe und Holgrave im Schatten eines ererbten Unrechts: der Verdrängung Matthew Maules durch den puritanischen Colonel Pyncheon. Der Stil verbindet symbolische Verdichtung, ironische Distanz und genaue soziale Beobachtung; Haus, Porträt und Garten sprechen als Zeichen einer Schuld, die Eigentum, Herkunft und Gegenwart durchdringt. Nathaniel Hawthorne (1804-1864), geboren in Salem, schrieb aus unmittelbarer Nähe zu jener puritanischen Vergangenheit, deren Schatten sein Werk beherrscht. Ein Vorfahr war Richter bei den Hexenprozessen, und Hawthorne verwandelte dieses historische Erbe in eine Poetik der Gewissensprüfung. Seine Erfahrungen als Zollhausbeamter, seine Distanz zu reformerischen Utopien und sein Umgang mit dem transzendentalistischen Milieu schärften seinen Blick für verborgene Machtstrukturen. Empfohlen sei dieser Roman Leserinnen und Lesern, die Literatur als Untersuchung historischer Verantwortung verstehen möchten. Er bietet keinen bloßen Spuk, sondern eine präzise Anatomie des Nachwirkens von Gewalt in Familien, Räumen und Institutionen. Wer Hawthornes Symbolkunst ernst nimmt, entdeckt ein Schlüsselwerk amerikanischer Erzählprosa.
Weitere Details
Erschienen: 24.06.2025
Umfang: 180 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028394684
Umbreit-Nr.: 7095111
