Rudin
Russischer Realismus über Gutsadel, unerfüllte Liebe und den überflüssigen Menschen der 1840er Jahre
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Zusatztext
Rudin, 1856 erschienen, ist Iwan Sergejewitsch Turgenews erster Roman und ein Schlüsseltext des russischen Realismus. Im Milieu eines gebildeten Landadels entfaltet sich die Geschichte des brillanten, doch handlungsunfähigen Dmitri Rudin, dessen rhetorische Größe im Salon Darja Michailowna Lassunskajas Bewunderung weckt, aber an der Liebe Nataljas und an praktischer Verantwortung scheitert. In klarer, elegischer Prosa verbindet Turgenew psychologische Feinzeichnung mit Gesellschaftsanalyse und formt eine Variante des überflüssigen Menschen. Turgenew, 1818 in eine wohlhabende Gutsbesitzerfamilie geboren, kannte die Spannungen zwischen europäischer Bildung, russischer Rückständigkeit und moralischer Lähmung aus eigener Erfahrung. Studien in Moskau, Petersburg und Berlin prägten seinen liberalen Humanismus; zugleich schärfte die Beobachtung des Leibeigenschaftssystems seinen Blick für soziale Ohnmacht. Rudin trägt Züge jener idealistischen Generation der 1840er Jahre, deren große Gedanken häufig keine geschichtliche Wirksamkeit fanden. Empfohlen sei dieser Roman allen Lesern, die nicht bloß eine Liebesgeschichte, sondern eine präzise Untersuchung von Charakter, Sprache und Verantwortung suchen. Rudin bleibt aktuell, weil er fragt, ob Überzeugung ohne Tat moralischen Wert besitzt. Turgenews leise Ironie und Mitgefühl machen das Werk zu einer anspruchsvollen, zugleich gut zugänglichen Lektüre.
Weitere Details
Erschienen: 24.06.2025
Umfang: 92 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.5 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028394998
Umbreit-Nr.: 7095360
