Neuland
Russischer Realismus über revolutionäre Jugend, Narodniki und politische Sehnsucht im Zarenreich des 19. Jahrhunderts
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Zusatztext
"Neuland", Turgenews letzter großer Roman, entfaltet ein vielstimmiges Bild der russischen Gesellschaft der 1870er Jahre. Im Zentrum stehen junge Idealisten um Alexei Nejdanow und Marianna, die "ins Volk" gehen wollen, um revolutionäre Erneuerung zu stiften, jedoch an sozialer Wirklichkeit, inneren Widersprüchen und politischer Naivität scheitern. Turgenews Prosa verbindet nüchternen Realismus mit psychologischer Feinzeichnung; sie steht zwischen Gesellschaftsroman, politischer Diagnose und elegischer Studie einer Generation. Iwan Sergejewitsch Turgenew, 1818 in eine adlige Gutsbesitzerfamilie geboren, kannte die Spannungen zwischen russischer Aristokratie, bäuerlicher Welt und westlich geprägter Intelligenz aus eigener Erfahrung. Sein langes Leben im Ausland, seine liberale Gesinnung und seine Distanz sowohl zum reaktionären Staat als auch zum revolutionären Fanatismus prägten diesen Roman. Wie schon in "Väter und Söhne" untersucht er weniger Programme als Charaktere, Hoffnungen und Selbsttäuschungen. Empfohlen sei "Neuland" allen Leserinnen und Lesern, die den russischen Realismus nicht nur als Kunst der Handlung, sondern als moralische und historische Analyse begreifen möchten. Der Roman bietet keine einfache Parteinahme, sondern eine kluge, melancholische Betrachtung politischer Sehnsucht und menschlicher Begrenzung.
Weitere Details
Erschienen: 24.06.2025
Umfang: 184 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028395018
Umbreit-Nr.: 7095404
